Die Existenz zahlreicher Lesbengruppen und ihr Engagement zur Zeit der friedlichen Revolution bleiben in zeitgeschichtlichen Betrachtungen meist unerwähnt. Urheber/in: suze.

Tagung

Freitag, 08. Mai 2015 13.30 – 19.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Tagung

"Das Übersehenwerden hat Geschichte"

Fachtag zu Lesben in der DDR und in der friedlichen Revolution

So wie Frauen in der historischen Betrachtung meist unsichtbar blieben (und bleiben), so erging es den ostdeutschen Lesben mit Blick auf die Geschichtsschreibung zur Homosexualität in der DDR. Denn oft sind ausschließlich Schwule gemeint, wenn von „homosexuellen Gruppen“ die Rede ist. Die Existenz zahlreicher Lesbengruppen und ihr Engagement zur Zeit der friedlichen Revolution bleiben in zeitgeschichtlichen Betrachtungen meist unerwähnt. Wir wollen daher einen erneuten Blick auf die Geschichte werfen.

Unter dem Motto Das Übersehenwerden hat Geschichte“ – Lesben in der DDR und in der friedlichen Revolution beschäftigt sich die Tagung ausschließlich mit lesbischer Geschichte ab 1980 und den vielen geschichtlichen Leerstellen:

Nach einem Blick in die Entstehung erster Lesbengruppen in den 1970er und 1980er Jahren wird die Rolle von Lesben im Rahmen der friedlichen Revolution beleuchtet. Waren lesbische Gruppen in der Tat bloß reine Interessengruppen ohne oppositionelle Arbeit? Welche politischen Ziele verfolgten die verschiedenen Gruppen und welche Rolle spielte die Staatssicherheit im Umgang mit Ihnen? Anschließend wird der Werdegang der Lesbenbewegungen nach der Wende beleuchten und die Folgen des Aufeinandertreffens von Ost- und West-Lesben betrachten.

Zudem sollen die eigenen Unsichtbarmachungen innerhalb der Gruppen hinterfragt werden. Wiederholt(e) sich auch in der lesbischen Geschichtsschreibung das Auslassen anderer Gruppen? Warum waren Schwarze, ostdeutschen Lesben in der dominanten Geschichtsschreibung nicht sichtbar? Und welche weiteren Leerstellen gibt es? Dieser Rückblick wirft schließlich die abschließende Frage auf: Wie gelingt intersektionale Wissenschaft? Und wie kann eine Geschichtsschreibung aussehen, die keine_n übersieht?

Um 20:00 Uhr lassen wird der Abend in einem nahegelegenen Programmkino mit einem thematisch passenden Film ausklingen (Eintritt frei).

Die Online-Anmeldung ist ab dem 02. Februar 2015 möglich. Weitere Informationen sowie einen finalen Programmplan finden sich in Kürze auf der Homepage.

 

Veranstaltungszeit und -ort:

Wann? Freitag, 08. Mai 2015, 13:30 bis 19:00 Uhr
Wo? Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Hallischer Saal, Burse zur Tulpe über der Mensa, Universitätsring 5, Halle (Saale)
zur Online-Anmeldung
zum Programm

 

Eine Kooperation der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt mit dem Frauenzentrum Courage Magdeburg und dem Gunda-Werner-Institut.

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Veranstalter*in
Landesstiftung Sachsen-Anhalt
Teilnahmegebühren
siehe Text