- Donnerstag, 22. Oktober 2009 19.00 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern
`Dazubleiben war eine mutige Entscheidung`
Ehemalige ausländische Vertragsarbeitskräfte in der DDR und ihre Geschichte um 1989
Sie sind heute selbstverständlicher Teil der Dresdner Bürgerschaft. Doch wenn das Schlagwort «1989» fällt, wird an sie kaum gedacht: Die ehemaligen ausländischen Vertragsarbeitskräfte. Seit den 1960er Jahren warb die DDR Arbeiterinnen und Arbeiter aus «Bruderstaaten» an. Sie wurden dort eingesetzt, wo sich nicht genug deutsche Arbeitskräfte fanden: z.B. in Schlachthöfen, in Stahlwerken, oder in der Textilindustrie. Zunächst trafen ungarische und polnische Arbeitskräfte, später vor allem Menschen aus Algerien, Mosambik und Kuba in der DDR ein. Ab Mitte der 1980er Jahre kamen die meisten Vertragsarbeitskräfte aus Vietnam. Unter dem Titel „Dazubleiben war eine mutige Entscheidung!“ setzt sich ein Teilbereich unserer Ausstellung mit der Situation von VertragsarbeiterInnen in Dresden, speziell in der Wendezeit, auseinander. Denn das Jahr 1989 hat das Leben auch dieser Menschen dramatisch verändert. Viele freuten sich mit den Deutschen über den Fall der Mauer, mussten aber dann erkennen, dass sich ihre Situation grundlegend, für viele zunächst negativ, veränderte. Die meisten verloren ihren Arbeitsplatz und neben ihrer plötzlich prekären wirtschaftlichen Lage wurde auch ihr Aufenthaltsstatus unsicher- wenn nicht gleich die Abschiebung oder „Heimholung“ veranlasst wurde. Die Wendezeit war für sie besonders turbulent, denn sie mussten sich durch den völlig durch die Wiedervereinigung beanspruchten deutschen Behördendschungel kämpfen. Die Wende forderte den VertragsarbeiterInnen eine enorme Anpassungsleistung und eine völlig neue Ausrichtung ihres bisherigen Lebens in Deutschland ab.
Zwei Dresdnerinnen, die von diesen schwierigen Umständen für die VertragsarbeiterInnen aus eigener Erfahrung berichten können, sind an diesem Abend unsere Gäste.
Hang Thanh Phung kam als Studentin aus Vietnam in die DDR und arbeitete unter anderem als Übersetzerin und Sprachlehrerin für die VertragsarbeiterInnen. Durch großes eigenes Engagement und einige glücklichen Zufälle schaffte sie es letztlich, sowohl eine Stelle als auch einen gesicherten Bleiberechtsstatus im vereinten Deutschland zu erhalten. Sie arbeitet heute als Dolmetscherin in Dresden.
Johanna Stoll ist Diplom-Sozialpädagogin und arbeitet seit 1991 haupt- und ehrenamtlich in der Migrantensozialarbeit. Zurzeit ist sie beim Ausländerrat Dresden e.V. angestellt. Ehrenamtlich engagiert sie sich im Vorstand des Sächsischen Flüchtlingsrats und ist Mitglied in der Sächsische Härtefallkommission.
Mit unseren beiden Gästen und Ihnen möchten wir die Hintergründe und Spezifika der Situation der VertragsarbeiterInnen in der Wende diskutieren und auch ihre heutige Lebenssituation näher betrachten. Zusätzlich zeigen wir den Film „Wir bleiben hier“ (Regie: Dirk Otto), der 1990 in den letzten Monaten der DDR gedreht wurde. Der Film zeichnet ein eindrückliches Portrait der Lebensumstände einer vietnamesischen Familie, wie sie sich ähnlich für Tausende VertragsarbeiterInnen darstellten.
Zwei Dresdnerinnen, die von diesen schwierigen Umständen für die VertragsarbeiterInnen aus eigener Erfahrung berichten können, sind an diesem Abend unsere Gäste.
Hang Thanh Phung kam als Studentin aus Vietnam in die DDR und arbeitete unter anderem als Übersetzerin und Sprachlehrerin für die VertragsarbeiterInnen. Durch großes eigenes Engagement und einige glücklichen Zufälle schaffte sie es letztlich, sowohl eine Stelle als auch einen gesicherten Bleiberechtsstatus im vereinten Deutschland zu erhalten. Sie arbeitet heute als Dolmetscherin in Dresden.
Johanna Stoll ist Diplom-Sozialpädagogin und arbeitet seit 1991 haupt- und ehrenamtlich in der Migrantensozialarbeit. Zurzeit ist sie beim Ausländerrat Dresden e.V. angestellt. Ehrenamtlich engagiert sie sich im Vorstand des Sächsischen Flüchtlingsrats und ist Mitglied in der Sächsische Härtefallkommission.
Mit unseren beiden Gästen und Ihnen möchten wir die Hintergründe und Spezifika der Situation der VertragsarbeiterInnen in der Wende diskutieren und auch ihre heutige Lebenssituation näher betrachten. Zusätzlich zeigen wir den Film „Wir bleiben hier“ (Regie: Dirk Otto), der 1990 in den letzten Monaten der DDR gedreht wurde. Der Film zeichnet ein eindrückliches Portrait der Lebensumstände einer vietnamesischen Familie, wie sie sich ähnlich für Tausende VertragsarbeiterInnen darstellten.