Montag, 28. November 2005 19.30 – 22.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Den Letzten beißen die Hunde

Städte im Konkurrenzkampf und die Idee einer Alternative

„Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit“ heißt das Paradigma, das Kommunen zu immer neuen Investitionsprogrammen und Marketingkampagnen treibt. Doch was, wenn die Investoren trotz neuer Verkehrsanbindungen und internationaler Megaevents ausbleiben. Wie viel von den knappen Haushaltsmitteln fließt in eine vage Hoffnung auf die rettende Ankunft der Investoren. Der Konkurrenzkampf zwischen den Städten wird härter, Politiker, Beraterfirmen und Werbeprofis heizen ihn weiter an. Sie verschweigen dabei zu gerne, dass diesen Kampf nur wenige Städte gewinnen können, aber in logischer Konsequenz viele ihn verlieren werden.<br><br> Inzwischen gibt es eine Gegenbewegung: Die Slow-City-Initiative vereinigt Kommunen, die aus der Logik des Wettbewerbs aussteigen wollen. Stattdessen sehen sie ihre Zukunft in einer bewusst langsamen Entwicklung, die im Einklang mit einer lebenswerten Stadtplanung und umweltverträglichen Wirtschaftskreisläufen steht. Ist diese Bewegung, die in den wohlhabenden Städten Norditaliens ihren Ursprung hat, auf die Situation ostdeutscher Kommunen übertragbar? Liegt in einer gezielten Verlangsamung vielleicht auch für Leipzig eine Zukunftsoption jenseits olympischen Ehrgeizes und dem Primat einer überholten Vollbeschäftigungsdoktrin?<br><br> Eingeladen haben wir Wissenschaftler und Stadtplaner aus Aachen, Leipzig und Köthen.
Bildungswerk weiterdenken