Freitag, 26. September 2014 18.00 – 22.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Der Fall "Mügeln"

Die Entwicklung rassistischer Hegemonien und die Ausbreitung der Neonazis

Im Juni 2014 veröffentlichte Weitderdenken eine Untersuchung von Dr. Britta Schellenberg (Centrum für angewandte Politikforschung, LMU München) zum "Fall Mügeln". Auf dem Altstadtfest im Spätsommer 2007 gab es rassistisch motivierte Übergriffe in Mügeln: Neonazis attackierten eine Gruppe, weil sie ihnen das Recht absprachen, am Fest teilzuhaben. Infolgedessen kam es zu Ausschreitungen, an denen neben der regionalen neonazistischen Szene Mügelner Bürger_innen unterschiedlicher Generationen teilnahmen.
Über die rassistische und neonazistische Motivation haben, wie die Polizeiakten zeigen, unmittelbare Zeugen, die Geschädigten sowie weitere Festbesucher_innen und Polizist_innen ausgesagt. In der Studie wird ausgehend von den Erfahrungen in Mügeln an ausgewählten Quellen gezeigt, wie rassistische Perspektiven die polizeiliche Ermittlungsarbeit beeinflussten und korrespondierend mit der lokalen Wahrnehmung des Ereignisses bei politischen Verantwortungsträger_innen Bedingungen schufen, die letztlich eine Auseinandersetzung mit Rassismus als alltäglicher Erfahrung und -praxis verhinderten. Unter Einbeziehung der Erfahrungen der Teilnehmenden wollen wir diskutieren, was eine gelingende Auseinandersetzung mit rassistischen Praktiken im lokalen Kontext bedeutet und benötigt.

Das Projekt "FAIR - Fit gegen Antisemitismus, Intoleranz und Rassismus" des Treibhaus e.V. Döbeln veranstaltet gemeinsam mit Weiterdenken zu diesem Thema am 26.09.2014 einen Diskussionsabend mit Dr. Britta Schellenberg (Centrum für angewandte Politikforschung, LMU München), Friedemann Affolderbach (Doktorand, Goethe-Universität Frankfurt/Main) und Solvejg Höppner (Kulturbüro Sachsen e.V. - Mobiles Beratungsteam).
Café Courage des Treibhaus e.V. auf der Bahnhofstraße 56 in 04720 Döbeln.

Diese FAIRanstaltung wird gefördert im Rahmen des Landesprogramms "Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz"

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