- Freitag, 18. Juni 2010 – Samstag, 19. Juni 2010 In meinem Kalender speichern
Deutsche Antifaschisten im sowjetischen Exil - Das verordnete Schweigen
veranstaltet von `Rosa Luxemburg Stiftung`
Die Tagung hat das Ziel, an die Schicksale deutscher Emigranten und ihrer Familien zu erinnern, die von den 1930er bis zu den 1950er Jahren in...
Die Tagung hat das Ziel, an die Schicksale deutscher Emigranten und ihrer Familien zu erinnern, die von den 1930er bis zu den 1950er Jahren in der Sowjetunion Opfer staatlicher Repressalien geworden sind. Seit 1936 sind zwischen 2.000 und 6.000 Deutsche, überwiegend Kommunisten, verhaftet, verbannt und erschossen worden oder verbrachten Jahre im GULAG und verloren dort ihr Leben. Während des Krieges befand sich die Mehrheit der deutschen Emigrantinnen und Emigranten in Straflagern, in der Arbeitsarmee und in Verbannungsorten. Die Exilführung der KPD unterstützte das Vorgehen des NKWD gegen deutsche Politemigranten und war nur selten bereit oder in der Lage, ihren Genossen zu helfen. Erst Mitte der 1950er Jahre, vereinzelt noch später, kehrten die letzten repressierten Politemigranten nach Deutschland zurück. Die meisten entschieden sich, in der DDR zu leben. Sie wurden als „Verfolgte des Naziregimes“ anerkannt und erhielten die damit verbundenen sozialen Vergünstigungen. Zugleich wurden sie verpflichtet, über die in der Sowjetunion erlittenen Verfolgungen nicht zu sprechen. Die an ihnen verübten Verbrechen blieben unbenannt und ungesühnt. Das verordnete Schweigen konnte sich in den Familien fortsetzen oder machte die mitbetroffenen Kinder und Enkel zu stummen Mitwissern.
Freitag, 18. Juni 2010, 18 bis 21 Uhr
Fernsehfeature „Wir Kommunistenkinder“ von Inga Wolfram
In
dem Film folgen fünf Kommunistenkinder den Spuren ihrer Eltern, die
nach 1933 in die Sowjetunion flohen. `Die Last der Davongekommenen und
die Scham einte die Generation unserer Väter in ihrem Schweigen`, sagt
Inga Wolfram: `Uns Kommunistenkinder eint die Erfahrung des Schweigens
der Eltern, aber auch die Nähe oder Distanz zu dem, was in der DDR
politisch lief.`
Anschließend Gespräch mit Inga Wolfram, Ruth Santos geb. Remmele, Claus Bredel, Eugen Ruge, Günter Agde
Moderation: Hans Coppi
Sonnabend, 19. Juni 2010, 10 bis 19 Uhr
10.00 – 11.00
Inge Münz-Koenen: Einführung
11.00-12.30
Aus der Sicht der Rückkehrer
Carola Tischler: Die Sprache der Akten
Meinhard Stark: Erinnern, Schweigen und Erzählen
Moderation: Oswald Schneidratus
12.30 – 13.30 Mittagspause
13.30 – 15.00
Aus der Sicht der Kinder
Podiumsgespräch mit Natalija Mussjenko, Inge und Alex Glesel, Ulla Plener, Heidi Speer
Moderation: Anja Schindler
15.30 bis 17.00
Gespräch über das Gedenken mit Hanna Tomkins, Ines Koenen, Valeri Ripperger und Thomas Flierl. Moderation: Gerd Kaiser
17.00 Kaffeepause
17.20 – 19.00 „Gefangen in der Hungersteppe“
Film
von Achim Engelberg und Achim Heinzel mit Überlebenden der KarLag
(2008) unter Mitarbeit von Wladislaw Hedeler und Meinhard Stark
(Autoren des Buches Das Grab in der Steppe: Karlag. Das Karagandinsker „Besserungsarbeitslager“ 1930-1959) in Anwesenheit des Filmteams/der Autoren