Mittwoch, 19. September 2007 19.30 – 21.30 Uhr In meinem Kalender speichern

Dialogforum: Sprachpolitik in Afrika #1: „Bewusstseins–Störungen“

Der Zusammenhang von Unterdrückung und Befreiung, Entwicklung und Sprachpolitik im Rahmen der Afrikanischen Renaissance

Sprachpolitik war ein zentraler Bestandteil der europäischen Kolonisation Afrikas. Die kolonisierenden Nationen setzten ihre jeweilige Sprache in Politik, Administration und in der Ausbildung der Eliten nachhaltig durch. Auch die Unabhängigkeit der afrikanischen Staaten änderte an dieser Situation nicht viel. Aus machtpolitischen Überlegungen heraus wurde die jeweilige Kolonialsprache beibehalten und die afrikanische Sprachen weiterhin aus dem öffentlichen Leben ins Private verbannt und oft – im Namen von Nationbuilding und nationaler Einheit -  als vormodern stigmatisiert. Die innovativen und oft auch erfolgreichen Versuche, afrikanische Sprachen v.a. im Bildungsbereich einzusetzen, wurden jedoch mit der Ausrichtung der Entwicklungszusammenarbeit an neoliberalen Prinzipien zunichte gemacht (Tansania, Madagaskar, etc.).

Im Dialogforum soll der Einfluss der Sprachpolitik auf das afrikanische Bewusstsein – „the African mind“ –und in diesem Zusammenhang auch das unterdrückerische und befreiende Potenzial der unterschiedlichen Sprachen diskutiert werden. Abschließend wird es um die Frage gehen, welche Relevanz die Sprachpolitik im Rahmen der afrikanischen Entwicklung hat und ob eine positive gesamtgesellschaftliche Entwicklung im Sinne der Afrikanischen Renaissance auch ohne eine Revitalisierung der afrikanischen Sprachen möglich ist.

Referenten:

Dr. Kolyang Dina Taiwé,
Herausgeber der Zeitschrift `Kaarang` in Tpuri (Kamerun), Informatik-Dozent an der Universität Ngaoudéré, Autor von Romanen, Gedichten und Kurzgeschichten in Tpuri, deutsch, englisch und französisch

Kofi Yakpo
, Linguist und Künstler, Deutschland
AfricAvenir International e.V.