Freitag, 01. Februar 2008 19.00 – 21.30 Uhr In meinem Kalender speichern

Die amerikanische Demokratie am Ende der Ära Bush jr.

Diskussionsveranstaltung der Grünen Akademie


Im Gespräch:
Prof. Susan Neiman (Direktorin Einsteinforum Potsdam)
Prof. Dr. Dick Howard (State University of New York at Stony Brook)

Die amerikanische Geschichte kannte schon mehrere schlechte Präsidenten. Am Ende der Präsidentschaft Bush jr. stellt sich allerdings die Frage nach der Fähigkeit der amerikanischen Demokratie, mit den Ergebnissen dieser Präsidentschaft fertig zu werden. Die Bush-Jahre haben der „imperialen Präsidentschaft“ eine neue Qualität verliehen.

Das amerikanische politische Leben ist heute weitgehend vom Amt des Präsidenten bestimmt. Das System der checks and balances ist – insbesondere nach dem 11.9.2001 – entstellt, die politischen Parteien sind in ihrer legitimierenden Rolle fast verschwunden. Diese Entwicklung findet in einer Situation statt, in der die USA den Welthegemon darstellen.Wie sie das tun, wird selbst innerhalb der status-quo-orientierten Elite kritisiert, so dass bereits über ein „Ende des amerikanischen Jahrhunderts“ spekuliert wurde.

Nicht nur für die USA selbst, sondern auch für die gesamte Welt stellt sich deshalb die Frage, ob die häufig bewiesene Erneuerungsfähigkeit der amerikanischen Demokratie auch jetzt greift. Sie ist beschrieben worden als eine Ordnung, die das souveräne Volk überall und nirgends ansiedelt:
„Überall, weil die Freiheit immer ihre Verfechter finden wird. Nirgendwo, weil keine der Institutionen der Regierung beanspruchen kann, die Gesamtheit des Volke  zu sein, die Wahrheit des Volkes auszusprechen“ (Dick Howard).
Was ist der Stand der amerikanischen Demokratie? Welche Potenziale und Akteure demokratischer Erneuerung lassen sich erkennen?

Susan Neiman ist Philosophin und Direktorin des Einstein Forum Potsdam. Davor Professorin für Philosophie in Yale und Tel Aviv, ist sie eine gefragte Kennerin und Mittlerin im transatlantischen Dialog und Autorin u. a. von `Slow Fire: Jewish Notes from Berlin`, `The Unity of Reason: Rereading Kant`, `Evil in Modern Thought` und `Fremde sehen anders`.

Dick Howard lehrt Politikwissenschaften an der State University of New York at Stony Brook. Sein Schwerpunkt ist die Theorie der Demokratie. Er ist in Frankreich und Deutschland als politischer Beobachter und Publizist engagiert und berichtet derzeit vom US-Vorwahlkampf. Publikationen: `Die Grundlegung der amerikanischen Demokratie` (2001); `The Specter of Democracy: What Marx and Marxists Haven't Understood and Why` (2002/2006); `The United States In Iraq: Unchanged Strategy – Dissolving Objectives`.

Lesetipp:
`The United States In Iraq: Unchanged Strategy – Dissolving Objectives`
Flyer (PDF)