Dienstag, 13. September 2011 19.00 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Die Erinnerung an den Mauerbau vor 50 Jahren - eine medienkritische Nachlese

veranstaltet von `Rosa Luxemburg Stiftung`

Reihe: Gesellschaftspolitisches Forum Marzahn

Zum Thema: In der Zeit der Existenz der Mauer entstanden auf beiden Seiten Geschichtsmythen, die in unterschiedlichem Maße auch heute eine Rolle spielen. In der DDR wurde vom `antifaschistischen Schutzwall` gesprochen, im Westen von der `innerdeutschen Grenze`. Beide Bilder waren unzutreffend, denn weder schützte die Mauer vor dem Faschismus, noch war die Grenze zwischen Westberlin und der DDR `innerdeutsch` wie die Grenze zwischen Sachsen und Thüringen oder Bayern und Baden-Württemberg. Falsch ist auch die häufig zu vernehmende Behauptung, dass die Mauer Berlin gespalten habe. Sie entstand 1961, da war die Stadt bekanntlich schon über ein Jahrzehnt gespalten.

Zum Referenten: Prof. Dr. Siegfried Prokop, Jg. 1940, studierte 1958 – 1963 Geschichte und Germanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin und in Leningrad. 1983 – 1996 war er Professor für Zeitgeschichte am Institut für Geschichte der Humboldt-Universität. Gastprofessuren führten ihn 1987 nach Paris, 1988 nach Moskau und 1991 nach Montreal. 1998 war er Projektleiter an der Forschungsstelle für historische und sozialwissenschaftliche Studien in Berlin-Marzahn, 1994 – 1996 Vorsitzender der Alternativen Enquetekommission „Deutsche Zeitgeschichte“. Prof. Prokop ist Vorsitzender des Vorstandes der Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg.

Literatur vom Referenten zum Thema:

- Siegfried Prokop: Die Berliner Mauer (1961-1989): Fakten, Hintergründe, Probleme. Kai Homilius Verlag, Berlin 2008.

- Siegfried Prokop und Dieter Becker (Hrsg.): Die unvollendete Einheit. Kolloquium zum 15. Jahrestag des Beitritts der DDR zur Bundesrepublik. 2., erw. Auflage, Kai Homilius Verlag, Berlin 2006.

Moderation der Veranstaltung: Dr. Wolfgang Girnus

Rosa Luxemburg Stiftung