Veranstaltung
- Mittwoch, 13. Mai 2026 19.00 – 22.00 Uhr In meinem Kalender speichern
DIE MÖLLNER BRIEFE
Erinnern als politische Praxis
1992 zerstörte der rassistische Brandanschlag von Mölln das Leben der Familie Arslan. Der damals 7-jährige İbrahim Arslan überlebte, verlor aber seine Schwester, seine Cousine und seine Großmutter. Nach dem Anschlag schickten Menschen aus ganz Deutschland Briefe, um ihre Anteilnahme und Solidarität auszudrücken. Doch die Schreiben erreichten die Familien nie – sie blieben bei der Stadt Mölln liegen. Erst drei Jahrzehnte später stieß eine Studentin im Stadtarchiv zufällig auf sie.
Der hochaktuelle Dokumentarfilm der vielfach ausgezeichneten Regisseurin Martina Priessner erzählt die Geschichten der Opfer und Überlebenden der rassistischen Brandanschläge von 1992 – und von der großen Solidarität, die lange im Verborgenen blieb. Er kam am 25. September 2025 in die deutschen Kinos, wurde seither viel gesehen und diskutiert, auch die Heinrich-Böll-Stiftung zeigte ihn in vielen Städten.
Der Film hat eine öffentliche Auseinandersetzung mit der Stadt Mölln ausgelöst. Die Stellungnahme des Bürgermeisters und Priessners Erwiderung stehen sich seither gegenüber – und machen sichtbar, was der Film verhandelt: Wer definiert, was erinnert wird? Und wessen Perspektive zählt?
Im Anschluss an die Filmvorführung diskutieren Martina Priessner (Regisseurin), Bengü Kocatürk-Schuster (DOMiD) und Kim Dreßel (Arolsen Archives) über die Frage, die der Film aufwirft: Wessen Erinnerung zählt, wird aufbewahrt oder verschwiegen? Das Gespräch fragt nach der Rolle von Archiven im Umgang mit rassistischem Terror, nach Erinnerungspolitik und danach, wem das Erinnern gehört. Fragt, wie Archive diese Rollen annehmen und diesen verschiedenen Zuschreibungen gerecht werden.
Moderation: Borjana Gaković (Film- und Medienwissenschaftlerin)
Ein aktuelles Interview mit İbrahim Arslan finden Sie auf dem migrationspolitischen Portal Heimatkunde.
Informationen zum Film:
https://www.realfictionfilme.de/die-moellner-brief.html
Trailer:
https://www.youtube.com/watch?v=NFSWGBJ2x18
Kontakt:
Lotti Schulz | Referat Migration und Diversity
E lotti.schulz@boell.de | 030-28534-283
www.heimatkunde.boell.de
- Adresse
-
▶ Siehe Veranstaltungsbeschreibung
- Veranstalter*in
- Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
- Sprache
- Deutsch
Ihre Teilnahme an der Veranstaltung
» Teilnahme vor Ort
im Konferenzzentrum der Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin. Bitte melden Sie sich an. Die Anzahl der Plätze ist leider begrenzt.
Verkehrsmittel: Die Heinrich-Böll-Stiftung ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen.
- Bus 147, Haltestelle Deutsches Theater (Fußweg 150 m)
- S-Bahn S1, 2, 25, 5, 7, 75, 9 Bahnhof Friedrichstr.
- a) Der Ausgang Friedrichstraße ist mit einem Aufzug ausgestattet (Fußweg 750 m, alternativ Bus 147 Richtung Leopoldplatz bis Haltestelle Deutsches Theater).
- b) Der Ausgang Albrechtstraße (Fußweg 250 m) ist nicht barrierefrei.
- U-Bahn U6, U-Bahnhof Oranienburger Tor, Aufzug vorhanden (Fußweg 500 m)
- Tram M1, M6, 12, Haltestelle Oranienburger Tor (Fußweg 500 - 600 m)
- Eine Übersicht und aktuelle Informationen dazu finden Sie auf der Website der BVG und auf der Seite der S-Bahn.
» Barrierefreiheit
Zugang zum Haus
Der Zugang zu unserem Haus ist rollstuhlgerecht.
Der Vordereingang hat eine rollstuhlgeeignete Gegensprechanlage.
Es steht bei Bedarf ein Behinderten-Parkplatz zur Verfügung.
Die Veranstaltungen finden in der 1. Etage statt.
Es gibt einen Fahrstuhl.
Im Erdgeschoss gibt es behindertengerechte Toiletten.
Sprechen Sie gerne und jederzeit unser Veranstaltungspersonal an.
Rollstuhlplätze
In den Räumen gibt es reservierte Rollstuhlplätze und Sitzgelegenheiten.
Alle Tische sind unterfahrbar.