Diskussionsabend Dienstag, 28. Mai 2019 /
Berlin

Die Nachwende-Generation: Im vereinten Deutschland geboren, in den Einstellungen gespalten?

Vorstellung einer Studie der Otto Brenner Stiftung

Urheber/in: Otto Brenner Stiftung. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons License.
Datum, Uhrzeit
Di., 28. Mai 2019,
18.00 – 20.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Adresse
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Schumannstr. 8
10117 Berlin
Sprache
Deutsch
Veranstalter/in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Rechtliches
Allgemeine Geschäftsbedingungen

Schon 30 Jahre wächst die Nachwende-Generation heran. Die Teilung Deutschlands, die Mauer, das Leben in der DDR, die „Wende“ – das haben sie nicht selber erlebt. Wie gesamtdeutsch ist diese Nachwende-Generation in ihren Haltungen zu Politik, Gesellschaft und Wirtschaft? Gibt es noch Ost-West-Zuordnungen – und wenn ja, wie und warum?

Wir wollen reden über die Ergebnisse einer Studie, die nach Gemeinsamkeiten und Differenzen der Nachwende-Generation fragt. Die Bilanz: Zwei Drittel der jungen Bürger/innen und Bürger in West wie Ost finden, dass die Wiedervereinigung insgesamt gelungen ist – und dass sie so lange her ist, dass sie für das eigene Leben keine Rolle mehr spielt. Und doch gibt es einen deutlichen Meinungsunterschied zur Frage, ob es heutzutage noch einen Unterschied mehr macht, ob jemand aus West- oder Ostdeutschland kommt.

Die Ursachen liegen nicht in kulturellen oder Sozialisationsunterschieden, sondern eher in der jeweiligen konkreten Situation begründet. Demokratiezufriedenheit und Gerechtigkeitsempfinden hängen davon ab, ob junge Bürger/innen die wirtschaftliche Lage ihrer Region und ihre dortigen Perspektiven als gut wahrnehmen – das dürfte für das Ruhrgebiet ebenso gelten wie für Sachsen-Anhalt. Darüber hinaus aber sind DDR-Erzählungen und vor allem die Wiedervereinigung mit ihren wirtschaftlichen und kulturellen Folgen für junge Ostdeutsche deutlich präsenter.

Es ist demnach auch für einen großen Teil der jungen Generation noch von Bedeutung, Transformationserfahrungen zu erzählen und anzuerkennen. Die „Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse“ bleibt eine Aufgabe, die auf politische Einstellungen im Osten wie im Westen einzahlt.  

Mit Rainer Faus, Autor der Studie, pollytix strategic research gmbh, Berlin
Florian Schwabe, Student an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder
Sarah Schwahn, Referentin Gemeinschaftsaufgabe, Heinrich-Böll-Stiftung e.V.
und dem Publikum

In Kooperation mit der Otto Brenner Stiftung.