Mittwoch, 26. Oktober 2005 19.30 – 22.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Die Regierung - Über das Verhältnis von Kunst, Publikum und Politik

Mittwochsgesellschaft

Mit:<br> - <b>Roger M. Buergel</b>, Künstlerischer Leiter der documenta XII (2007)<br> - <b>Ralf Fücks</b>, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung (Berlin)<br><br> Die vergangenen Bundestagswahlen haben in der Bundesrepublik die politischen Verhältnisse verändert. Die großen Volksparteien erreichen nur noch knapp 70% der WählerInnen. Mit der großen Koalition wird eine Ruhe einkehren, wenn nicht politischer Stillstand. An diesem Abend geht es nur vermittelt um die Politik einer neuen Bundesregierung, aber es wird um „Die Regie-rung“ gehen – eine Ausstellung, die Roger M. Buergel und Ruth Noack kuratiert haben. Die Ausstellung versucht, mit den Mitteln moderner Kunst das Wechselverhältnis von Regierung und Regierten kritisch zu beleuchten und zu reflektieren: Die Talkshow von Sabine Christiansen als Ölgemälde; die Twin Towers des World Trade Center von New York verbinden sich mit der russischen Botschaft auf Kuba zu einer Skluptur, die mehrfach, Panzersperren gleich, im Raum steht; Gräser auf einem Mantel erinnern an den Verlust von Pflanzenarten und Wissen über Heilkünste. Verlust, Blockade und Mediatisierung als Beispiele für Chiffren unseres gesellschaftlichen Lebens? Am Anfang des Konzepts stand die Frage „Wie wollen wir regiert werden“. <br><br> Kann „Die Regierung“ das Thema einer Ausstellung sein? Was haben wir uns darunter vorzustellen? Regieren ist Handeln, das das Leben der Menschen beeinflusst. Die Entscheidungen der Regierung können positive wie negative Konsequenzen für die Lebensführung der Einzel-nen haben. Die Ausstellung befasst sich mit dem Regierungshandeln an unterschiedlichen Orten der Welt und damit auch mit den unterschiedlichen Formen von Regieren. „Die Regierung“ wurde in Lüneburg, in Miami, in Barcelona, in Wien und in Rotterdam gezeigt. Roger M. Buergel wird in der Mittwochsgesellschaft das Ausstellungskonzept vorstellen und über die Wirkungen und die Reaktionen auf die Ausstellung berichten. Kann eine derartige Ausstellung für ihre Besucher neue Handlungsräume eröffnen und sie einbeziehen? <br><br> Über diese und andere Fragen wollen wir an diesem Abend mit Roger M. Buergel und Ralf Fücks diskutieren. Roger M. Buergel ist Ausstellungsmacher und Kurator. Er hat Ausstellungen wie z.B., "Gouvernementalität. Kunst in Auseinandersetzung mit der internationalen Hyperbourgeoisie und dem nationalen Kleinbürgertum" (Alte Kestner Gesellschaft Hannover, 2000 oder "The Subject and Power -– the lyrical voice" (CHA Moskau, 2001) gestaltet. Er ist der künstlerische Leiter der documenta XII im Jahr 2007. Ralf Fücks war als Senator der Bremer Bürgerschaft selbst in der Regierung. Heute ist er Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung (Berlin). <br><br> Die darauf folgende Mittwochsgesellschaft findet am 30. November 2005 statt. Wir freuen uns, wenn Sie unseren politischen Salon regelmäßig besuchen. Die Diskussion über den Zustand unserer Gesellschaft, über innen- und außenpolitische Fragen, über Perspektiven ökologischer Politik bestimmt die Themen des Salons. An den Abenden der Mittwochsgesellschaft ist Einmi-schung erwünscht und wir hoffen auf spannende Interventionen aus dem Publikum.
Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg
Veranstalter*in
Landesstiftung Brandenburg