Workshop

Samstag, 12. Mai 2018 – Sonntag, 13. Mai 2018 In meinem Kalender speichern

Workshop

Die Türkei nach dem Referendum: Rechststaatlichkeit und Menschenrechte

Bei dem Referendum vom April 2017 über die Einführung eines Präsidialsystems stand in der Türkei nichts Geringeres zur Wahl als die Umstrukturierung des Staates. Wir wollen die gegenwärtigen Spannungen in der Türkei jenseits von Verschwörungstheorien verstehen. Vor dem Hintergrund des autoritären Sicherheitsdenkens und neoliberalen Gesellschaftsmodells in der Türkei befassen wir uns mit dem konservativen politischen Projekt Erdogans aus der Perspektive der Rechtsstaatlichkeit und der Menschenrechte. Dieses politische Projekt, nämlich die "neue" Türkei, soll im Kontext der aktuellen Ereignisse wie dem Aufflammen der Kämpfe mit der PKK und insgesamt des zunehmenden Populismus, Paternalismus und Militarismus kritisch analysiert und diskutiert werden.
Im Mittelpunkt stehen folgende Fragen: Wie können wir die gegenwärtigen politischen Entwicklungen im historischen Kontext der Europäisierung der Türkei verstehen? Wie steht der Aufstieg des Sicherheitsdenkens in der Türkei in Beziehung zu den globalen und regionalen Transformationsprozessen? Wie hat sich die Krise der Rechtsstaatlichkeit in der Türkei vertieft? Warum ist die Europäisierung der Türkei in die Krise gekommen? Was sind die Hintergründe der Orientierung der Türkei jenseits der liberalen Demokratie? Wer sind die Akteure der "neuen" Türkei, welche Motivationen liegen ihren Handlungen zu Grunde und welche politischen Ziele verfolgen sie? Welche Perspektiven existieren (noch) für eine emanzipatorische Politik jenseits von Autoritarismus?
Wir gehen diesen Fragen anhand von Fallbeispielen, Experteninputs, Filmen und Diskussionen nach.

Referenten:
Alphan Tuncer
Gökhan Tuncer

Realisiert mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.
Veranstalter*in
Landesstiftung Berlin (Bildungswerk)
Sprache
Deutsch