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Lesung und Gespräch

Donnerstag, 20. April 2023 19.00 – 21.30 Uhr In meinem Kalender speichern

Lesung und Gespräch

die verbrechen

Rahmenprogramm Jala Wahid | Mock Kings

Lesung von und Gespräch mit Ronya Othmann

„wir werden die detonation rückwärts lesen.“ Die Wörter in Ronya Othmanns erstem Gedichtband kennen keine Grenzen für Zeiten, Begehren und Nationen. Widerständig und zugleich verletzlich tragen sie einen neuen Ton in die Gegenwart, erzählen von der Fremde des eigenen Lebens und einem nie endenden Heimweh – von allem, „wovon du weißt, wenn du deine augen schließt“.

Die Lesung aus die verbrechen (Hanser, 2021) findet im Rahmen der Ausstellung Mock Kings von Jala Wahid (01.04.–14.05.2023) statt. Im Freiburger Kunstverein münden Othmanns Gedichte in einen Austausch über Flucht und Vertreibung, Naturzerstörung in Kriegszeiten und eine Diskussion zu Identitätskategorien mit Kuratorin Theresa Roessler. In ein Gespräch, das mit dem Newroz Fest und den Verbrechen an der Archäologie thematisch Brücken zur aktuellen Ausstellung schlägt.

Die 1993 geborene Autorin erhielt für ihren Debütroman Die Sommerden Mara-Cassens-Preis 2020, gewann den Lyrik-Preis des Open Mike und den Publikumspreis des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs. Seit 2021 schreibt Ronya Othmann für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung die Kolumne Import Export.

 


Wie kann Geschichte erzählt und bewahrt werden, wenn sich diese per se der westlichen Idee von Nationalstaatlichkeit entzieht? Innerhalb sich widerspre­ chender kurdischer undwestlicher Erzähl- und Sichtweisen erforscht Jala Wa­ hid die fortbestehendenAuswirkungen langjähriger kolonialer Besetzung sowie des britischen und US-amerikanischen Imperialismus auf Kunstpraktiken von Kurd*innen und Archäologie.

Die kurdische Performance M1rm1ran sowie Artefakte aus dem früheren Meso­ potamien dienen Wahid als Ausgangspunkt, um Gegenentwürfe zu westlichen Geschichtsnarrativenzu entwickeln und dabei über theatrale und performative Formen der politischen Subversion nachzudenken. Mithilfe welcher Medien können koloniale Machtverhältnissenicht nur kritisiert und verspottet, sondern verzerrt, umgestülpt und temporär außer Kraftgesetzt werden? Welche Potenti­ ale bieten karnevaleske Ästhetiken, Spiel und Tanz,Parodie und Humor? Und was passiert, wenn politische und theatrale Aktion nicht mehr klar voneinander abzugrenzen sind?

Im Kontext politischer, geografischer und sprachlicher Zersplitterung sowie un­ geklärter Fragen nachZugehörigkeit und Beständigkeit nimmt sich Wahid den Widersprüchen, der Diffusität und Komplexität diasporischer Realität an und entwickelt andere Techniken des Erinnerns und Bewahrens, die transformativ undspielerisch sein können, von Widerstandskraft und Selbstverortung zeugen.

Mock Kings ist Wahids erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland. 

 

Jala Wahid (*1988} lebt und arbeitet in London, GB.


Einzelausstellungen (Auswahl}:

Conflagration, BALTIC Center for Contemporary Art, Gateshead, GB, 2022; AFTERMATH,Niru Ratnam, London, GB, 2022; Rock Fortress, CAS Batumi, Ba­ tumi, GE, 2021; Cry Me AWaterfall, Two Queens, Leicester, GB, 2021; Rock For­ tress, E.A. Shared Space, Tbilisi, GE, 2020; Newroz, SOPHIE TAPPEINER, Wien, AT, 2019.

Gruppenausstellungen (Auswahl):

Testament, Goldsmiths CCA, London, GB, 2022; Reconfigured, Timothy Taylor Gallery, New York, US, 2021; Searching the Sky for Rain, SculptureCenter, New York, US, 2020; Being Towards The World, SOPHIE TAPPEINER, Wien, AT, 2019; Still/ Rise: Feminisms, Gender,Resistance, Acts 1, 2, and 3, Nottingham Con­ temporary, Nottingham, GB, 2018.


Öffnungszeiten

Mi-Fr, 15-19 Uhr, Sa-So, 12-18 Uhr, 7.4., 9.4. geöffnet

Kunstverein Freiburg | Dreisamstraße 21 | 79098 Freiburg

Adresse
▶ Siehe Veranstaltungsbeschreibung
Veranstalter/in
Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg
Sprache
Deutsch
Teilnahmegebühren
kostenfrei, keine Anmeldung erforderlich.