- Dienstag, 04. Mai 2004 19.30 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Die Verhandlungen zwischen EU und Mercosur
Auf der Galerie. Debatten zur Internationalen Politik
Jour Fixe der
Heinrich-Böll-Stiftung und der
tageszeitung<br><br>
Bis Oktober 2004 wollen die EU und der
Mercosur, zu dem sich Argentinien,
Brasilien, Paraguay und Uruguay
zusammengeschlossen haben, ein
Freihandelsabkommen unterzeichnen –
bislang wurde aber bei den Verhandlungen
noch kein Durchbruch erreicht. Knackpunkt
ist die Agrarpolitik der EU. Damit steht das
regionale Abkommen vor den gleichen
Schwierigkeiten wie die Verhandlungen
der Welthandelsorganisation WTO im
multilateralen Rahmen. Landwirtschaftliche
Produkte werden von der EU mit
Schutzzöllen bis zu 30 Prozent belegt. Die
Mercosur-Länder wollen deshalb vor allem
den Abbau von Agrarsubventionen und
einen besseren EU-Marktzugang.
Die EU zielt hauptsächlich auf
Zugeständnisse bei Dienstleistungen,
Investitionen und beim öffentlichen
Beschaffungswesen – mithin den
sogenannten Singapur-
Themen im Rahmen der WTO. Auch wenn
die Chancen auf ein Abkommen besser
stehen als bei den WTOVerhandlungen,
ist dennoch fraglich, ob der Zeitrahmen
einzuhalten ist.<br><br>
<ul><li>Wie stehen die Chancen für den
Abschluss des regionalen
Freihandelsabkommens bis zum
Jahresende?</li><li>
Was bedeutet das Handelsabkommen
zwischen der EU und dem Mercosur für das
multilaterale Handelsregime?</li><li>
Wird es, da beide Seiten in zentralen
Bereichen einen Kompromiss finden
müssen, Bewegung in die festgefahrenen
WTO-Verhandlungen bringen oder
unterläuft es die Notwendigkeit
eines multilateralen
Freihandelsabkommens?</li><li>
Welche Rolle kommt Brasilien dabei zu?
</li><li>
Gibt es über wirtschaftliche und
Handelsfragen hinaus politisch-strategische
Interessen der EU an einer Partnerschaft
mit diesem ihr historisch, sozial und
kulturell so nahen Kontinent, etwa mit Blick
auf das Verhältnis zu und die Rolle von
China und den USA?</li></ul>
<br>Mit:<br>
Matthias Berninger, Staatssekretär im
BMVEL<br>
Alfredo Valladão, Institut für
Politikwissenschaft, Lehrstuhl Mercosur,
Paris<br>
Susanne Gratius, Stiftung Wissenschaft
und Politik<br>
Moderation: Barbara Unmüßig,
Vorstand Heinrich-Böll-Stiftung
- Veranstalter*in
- Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin