Ausstellung
- Freitag, 10. April 2026 – Dienstag, 21. April 2026 In meinem Kalender speichern
Die verlorene Grenze im Dschungel
Víctor Peña
Der Dschungel im Departement Petén in Guatemala ist mehr als nur ein dichter Wald. Er ist ein feindseliger, geheimnisvoller und schwer zu durchdringender Raum. Ein grüner Körper, der mit seinen Flüssen und Bäumen Mexiko und Guatemala zugleich verbindet als auch trennt – inmitten von Gewalt, Armut und der Vertreibung von Bauern und indigenen Bevölkerungsgruppen. Es ist eine Welt, beherrscht von einer unsichtbaren Landkarte und dominiert von einer dunklen Macht, die sich hinter dem Schweigen ihrer Bewohner*innen verbirgt.
Im Osten grenzt Petén an Belize, im Norden an die mexikanischen Bundesstaaten Tabasco, Chiapas und Campeche. Unsicherheit und Ungleichheit prägen das Leben der Menschen hier seit Jahren. Das Schweigen, die Angst und der Wald sind zu Brüdern geworden.
Denn Petén ist ein Raum, in den der Staat nicht vordringt und in dem das organisierte Verbrechen ungehindert operiert. Hier ziehen sich geheime Landebahnen wie Narben durch den Dschungel und formen ihn zu einem strategischen Korridor des internationalen Drogenhandels. Über diese Grenze floh der mexikanische Drogenboss Joaquín „El Chapo“ Guzmán vor der Justiz. 2011 verübte hier das Los-Zetas-Kartell ein Massaker an 25 Männern und zwei Frauen.
Der Dschungel ist geprägt von Schmuggel, Menschenhandel, Missbrauch und systematischer Gewalt gegen Migrant*innen ohne Papiere auf dem Weg zum sogenannten amerikanischen Traum, der sich für sie längst in einen Albtraum verwandelt hat.
In dieser Region liegen von Armut geprägte Gemeinden wie La Revancha und Laguna Larga, die im Mittelpunkt dieser Ausstellung stehen. Dort ist der Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung, Wohnraum, Trinkwasser und Strom eingeschränkt. Die Menschen leben von einfacher Landwirtschaft und illegalem Holzeinschlag. In Schutzgebieten wie diesen ist das Dilemma brutal: die Umwelt ausbeuten oder sterben. Die Bewohner*innen stehen zwischen dem Druck illegaler Akteure und der Kriminalisierung durch Behörden, die nicht zwischen Schuld, Not und bloßem Verdacht unterscheiden.
Eine Ausstellung konzipiert vom salvadorianischen Fotojournalisten Víctor Peña. Er ist Journalist des Online-Mediums El Faro.
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Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Schumannstr. 8
10117 Berlin
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