Donnerstag, 08. Oktober 2020 – Sonntag, 18. Oktober 2020 und weitere

Die verlorene Hoffnung auf die Wiedervereinigung, von Geraldine Schwarz

Streaming des Films und Diskussion mit der Regisseurin

Urheber/in: HBS Paris. All rights reserved.
Datum, Uhrzeit
Do., 08. Okt. 2020, 12.17 Uhr  –
So., 18. Okt. 2020, 18.30 Uhr In meinem Kalender speichern
Adresse
▶ Online-Veranstaltung

Sprache
Deutsch
Französisch
Veranstalter/in
Heinrich-Böll-Stiftung Paris - Frankreich

Das Pariser Büro der Heinrich-Böll-Stiftung lädt Sie zur ersten Veranstaltung ihrer neuen Reihe Der politische Film ein.

In den nächsten Wochen werden wir Ihnen eine Filmreihe anbieten, die über einen Zeitraum von einer Woche auf einer Streaming-Plattform angesehen werden können, gefolgt von einer
Diskussion mit den Regisseuren und/oder Teammitgliedern.

 

Wir freuen uns, Ihnen für diese erste Veranstaltung

Die verlorene Hoffnung auf die Wiedervereinigung, von Geraldine Schwarz

zu präsentieren.

Streaming des Films: vom 9. bis 15. Oktober, von zu Hause aus

Diskussion mit der Regisseurin, Géraldine Schwarz, am 15. Oktober von 18.30 bis 19.30 Uhr, über Zoom.

Vor dreißig Jahren fiel die Berliner Mauer und ebnete damit den Weg für die Wiedervereinigung eines Volkes, das vierzig Jahre lang getrennt war. Im kollektiven Gedächtnis sind der Fall der Mauer und die deutsche Wiedervereinigung mit einem Moment der Euphorie verbunden: dem Ende der Diktatur und des Kalten Krieges, dem Triumph der Freiheit. Wer weiss, dass diese Freiheit einen bitteren Preis hatte?

Der Film enthüllt die dunkle und wenig bekannte Seite der Nachwirkungen des Mauerfalls, deren Erinnerung im heutigen wiedervereinigten, aber immer noch geteilten Deutschland noch immer lebendig ist: die Explosion der Anarchie in einer sterbenden DDR, der Ansturm auf die unvorbereitete Wiedervereinigung, die Explosion der Arbeitslosigkeit im Osten, der kulturelle Zusammenprall, das Verschwinden eines Landes; und in diesem Chaos das Auftauchen von Neonazismus unter jungen Menschen, die die Orientierung verloren haben. Außergewöhnliche Zeugen berichten über den Übergang von einer kommunistischen Diktatur zu einer kapitalistischen Demokratie: ein Punkmusiker, der unter der DDR verbannt wurde; ein berühmter Neonazi-Führer, der jetzt Buße getan hat; wichtige Dissidenten unter der DDR.... Dieser Film betrachtet die Geschichte aus der Sicht von Zeugen, und historische Archive zeigen diese Männer auf ihrem engagierten Weg.

Hier und da taucht die in Berlin lebende deutsch-französische Regisseurin im Film auf, um ihre ganz persönliche Sichtweise einzubringen und einen neuen Zeugen vorzustellen: ihren Vater, der als Westdeutscher geboren wurde und kurz nach der Wiedervereinigung einer der Akteure beim Übergang von der Planwirtschaft zur kapitalistischen Wirtschaft war, als er große Industriekomplexe in der DDR privatisierte - ein Übergang, der von Massenentlassungen geprägt ist, die solche Spannungen erzeugen werden, dass ein westdeutscher Wirtschaftsführer der Spitzenklasse ermordet wird....

Der atemlose Rhythmus einer sich beschleunigenden Geschichte ist mit einer langsameren Zeitlichkeit verwoben: der einer Reise in ein verschwundenes Land, die DDR. Wenig bekannte Archive zerschlagen die Vorurteile eines rauen, grauen Landes, und Zeugen berichten von ihrem enttäuschten Traum von einem "kommunistischen Ideal". Die Filmemacherin zieht an den Fäden einer Vergangenheit, von der man glaubte, sie sei vergessen und die Deutschland auch heute noch teilt. Sie liefert wertvolle Schlüssel zum Verständnis des Aufstiegs der extremen Rechten in der ehemaligen DDR, wo die Wahlergebnisse zwei- bis dreimal so hoch sind wie im Westen. Schlüssel, um auch die unsichtbare Mauer zu erraten, die Europa weiterhin teilt.


Wie kann man auf den Film zugreifen?
Wenn Sie sich für das Webinar anmelden, erhalten Sie den Zugangslink zur Diskussion am 15. Oktober auf Zom.
Der Film, wird über die Plattform indee.tv ausgestrahlt und ist Ihnen unter 'Film anschauen' rechts oben auf dieser Seite zugänglich.

Der Film und die Diskussion werden auf Französisch und Deutsch ausgestrahlt.

Géraldine Schwarz ist eine deutsch-französische Autorin, Journalistin und Dokumentarfilmerin. Sie interveniert in vielen Ländern zu Themen wie Erinnerungsarbeit, Demokratie und Populismus. Für ihr in zehn Sprachen übersetztes Buch Les Amnésiques/ Die Gedächtnislosen  (Flammarion 2017, Secession Verlag 2018), erhielt sie unter anderem den Europäischen Buchpreis. 

Moderiert wird die Diskussion von der deutsch-französischen Journalistin Romy Strassenburg.

Für weitere Informationen können Sie Kristin Tiffert (kristin.tiffert@fr.boell.org) kontaktieren.

 

Hinweis:

Für die Teilnahme an der Veranstaltung ist ein Computer, Tablet oder Handy mit Internetanschluss und Lautsprecher, und je nach Veranstaltung (mit Beteiligung des Publikums) optional eine Kamera oder Headset notwendig. Eine Aufnahme der Online-Veranstaltung ist untersagt. Die Online-Veranstaltung verwendet das Programm Zoom, welches den Zugangslink bereitstellt.Der Zugangslink führt bei erstmaliger Zoom-Nutzung zum Download eines Client-Programms („Zoom-launcher.exe“), welches heruntergeladen und ausgeführt bzw. auf Ihrem PC installiert werden muss (empfohlen). Möchten Sie einen Download umgehen, klicken Sie auf den Link "Treten Sie mit Ihrem Browser bei". Hinweis: Diese Option funktioniert nur bei dem Browser Google Chrome oder Microsoft Edge.

Für die Verwendung der Software Zoom übernimmt die Heinrich-Böll-Stiftung keine Haftung. Die geltenden Datenschutzrichtlinien von Zoom finden Sie hier.