Montag, 07. September 2009 19.00 – 22.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Die „Wende“

Anfang vom Ende oder Chance zu neuen Ufern?


Allerorts werden in diesem Jahr die Ereignisse von 1989 in der DDR gefeiert: Eine Reihe von Menschen, darunter viele ehemalige DDR-Bürger, die im Herbst 1989 aktiv zum Sturz des SED-Regimes beigetragen haben, finden jedoch keinen Zugang zur allgemeinen Freude über den Mauerfall. Anstatt sich aber in die laufenden Gedenk- und Jubiläumsfeiern mit einem eigenen Standpunkt einzumischen, ignorieren sie das Ganze und stellen sich damit ins Abseits. Aus Enttäuschung über die Entwicklung in Deutschland seit 1990 überlassen sie es den „Siegern der Geschichte“, den Charakter dieses historischen Ereignisses für die Nachwelt zu bestimmen.
Wir wollen mit unserer Veranstaltung dieses Dilemma etwas beseitigen helfen und eine Reihe von Fragen zur Diskussion stellen, die dazu beitragen könnten, sich einer wirklichen historischen Aufarbeitung zu zuwenden.
- Was war das für ein Prozess, der im Herbst 1989 in der DDR von „der Strasse“ ausgelöst wurde? Was wollten die Demonstranten und was wollte die kleine Schar von Oppositionellen damals? Waren es Revolutionäre, war es also eine Revolution? Nach welchen Kriterien bestimmen wir dies, um einem historischen Ereignis gerecht zu werden?
- Warum nahm die Entwicklung 1990 in der bekannten Richtung ihren Lauf? Und vor allem: Wie schätzen wir den Charakter dieser Entwicklung ein? War es letztlich ein historischer Fortschritt oder Rückschritt, der im Herbst  in Gang gesetzt worden ist und der in der deutschen Einheit mündete? Hat die soziale Emanzipation mit den Massenbewegungen vom Herbst 1989 einen Aufschwung erlebt? Und: Hielt dieser Aufschwung bis heute an oder war die deutsche Einheit ein Rückfall noch hinter die Erfahrungen von DDR-Bürgern?

Gastredner und Impulsgeber: Sascha Möbius, Historiker, Uni Magdeburg und Leiter der Gedenkstätte Moritzplatz, Magdeburg
AK Geschichte sozialer Bewegungen Ost/West
Renate Hürtgen
Bernd Gehrke
Willi Hajek