Diskussionsabend
- Sonntag, 12. Oktober 2014 19.00 – 21.30 Uhr In meinem Kalender speichern
Die Westsahara und Marokko - die Verletzung der Menschenrechte als Normalität
Zeit: Sonntag, 12. Oktober 2014, 19:00
Ort: Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung, Kottbusser Damm 72, 10967 Berlin
Mit Regina Dietzold, Freiheit für die Westsahara e.V.
Einführung und Moderation: Axel Goldau, Kritische Ökologie / ifak e.V. / Initiative Stärke des Rechts (IStdR)
Grußwort anlässlich des Tags der saharauischen Einheit: Mohamed El Mamun Ahmed Brahim, Vertreter der Frente POLISARIO in Deutschland
Am 12. Okt. vor 39 Jahren fand im Grenzort zu Mauretanien Ain Ben Tili die „nationale Konferenz der Einheit“ statt, worin alle saharauischen Autoritäten ihre Unterstützung für die FRENTE POPULAR PARA LA LIBERACIÓN DE SAGUIA EL HAMRA Y RIO DE ORO (POLISARIO) erklärten und den marokkanischen Annexionsgelüsten eine klare Absage erteilten.
Noch 1990 zählte die marokkanische Menschenrechtsorganisation ASSOCIATION MAROCAINE DES DROITS HUMAINS (AMDH) 226 politische Gefangene. Amnesty International (AI) sprach von über 300 und dokumentierte 16 Todesfälle „in der Haft unter verdachterregenden Um-ständen.“ In einem Bericht vom Januar 2013 des Collectif des Défenseurs Sahraouis des droits de l'homme (CODESA) ist alleine von 210 saharauischen politischen Gefangenen die Rede. Alle politischen Gefangenen berichten über Willkür, Grausamkeiten und Folter, was wiederholt von unabhängigen Beobachtenden bestätigt wurde, wie z.B. durch den Sonderbe-richterstatter der Vereinten Nationen über Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe, Juan Méndez.
Während der Veranstaltung erfahren wir, wie es dem Propaganda-Apparat des Königshauses immer wieder gelingt, über schwerste Menschenrechtsverletzungen, unfaire, politische Prozesse und gängige Folterpraxis in marokkanischen Gefängnissen hinwegzutäuschen. Wir erfahren, warum König Hassan II in den neunziger Jahren das Ende „der bleiernen Jahre“ einleitete und sein Sohn, König Mohamed VI, sein Image als „cooler König“ ausbaute, ohne auf gängige Willkür und Folter zu verzichten. Und wir erfahren, wie hart Willkür und Folter vor allem Saharauis treffen, wenn sie es wagen, friedlich für ihr Selbstbestimmungsrecht einzutreten.
Eine Veranstaltung des Bildungswerks Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung.
Diese Veranstaltung wird realisiert aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin
Teilnahme frei.
Infos und Anmeldung (nicht unbedingt nötig, aber erwünscht) unter: global@bildungswerk-boell.de
- Veranstalter*in
- Landesstiftung Berlin (Bildungswerk)
- Teilnahmegebühren
- Teilnahme frei