Film und Gespräch Dienstag, 17. Juli 2018 in
Berlin

"Displaced: Black and Queer" - ein Film von Siv Greyson und Ncumisa Mdlokolo

Datum, Uhrzeit
Dienstag, 17. Juli 2018, 19.00 Uhr – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Adresse
Siehe Veranstaltungsbeschreibung
Sprache
Englisch
Veranstalter/in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin

Laut südafrikanischem Verfassungsgericht sind queere/lesbische/schwule Beziehungen ein rechtmäßiger und integraler Bestandteil des Rechts- und Gesellschaftsgefüges. Dennoch sind sie nach wie vor verschiedenen Formen von Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt. Der gemeinschaftlich produzierte Dokumentarfilm „Displaced: Black and Queer“ (SA, 52 Min., Engl.) untersucht die Lebenswirklichkeiten von jungen queeren Schwarzen im Südafrika nach der Apartheid. Der Film fokussiert Menschen, die Raum für sich einfordern und es leid sind, ständig für ihr Existenzrecht als Schwarze mit queerer Identität kämpfen zu müssen. Das Werk von Siv Greyson und Ncumisa Mdlokolo bietet einen tiefergehenden audiovisuellen und lexikalischen Einblick in die Zersplitterung des schwarzen und queeren Daseins im Rahmen einer eingeschränkten „Freiheit für queere Menschen“.

Das Filmkonzept ist einfach: Menschen mit unterschiedlichen Identitäten werden gebeten, vor der Kamera Kommentare zu verschiedenen Stichwörtern abzugeben, unter anderem zu „Coming-Out“, „Personalpronomen“, „Gender-Identität“, „Gewalt“ und „Männer“. Die aus ihren offenen Antworten herauszuhörenden Wahrheiten über ihre Alltagsrealität verdeutlichen einmal mehr, dass ihre Erfahrungen, ihre Geschichte, ihre Gegenwart und ihre Zukunft dokumentiert werden müssen. Der Film bestätigt, dass queere/lesbische/bisexuelle/schwule und Trans*-Menschen für ein überaus vielfältiges und komplexes Vokabular einer neuen Welt sorgen, die von Konsens, gegenseitigem Respekt, Gleichstellung sowie vielfältigen Gender-Identitäten und Sexualitäten geprägt ist.

Der Dokumentarfilm „Displaced: Black and Queer“ wurde u.a. von Ncumisa Mdlokolo zusammengestellt, einer schwarzen radikalen Feministin. Sie ist seit 2012 an der Spitze der Studentenbewegung an der Universität Western Cape und organisiert zudem queere Veranstaltungen und Aktivitäten in Kapstadt. Im Jahr 2016 war sie auch Mitbegründerin vom National BRF Collective, das junge Feministinnen in ganz Südafrika miteinander vernetzt. Derzeit arbeitet Ncumisa an einer Fotoserie mit dem Titel „portraits of masculinity“. Neben ihrem zivilgesellschaftlichen Engagement ist Ncumisa promovierte Neurobiologin und absolviert zurzeit ein Zusatzstudium der Zahnmedizin.

Peggy Piesche und Ncumisa Mdlokolo sprechen im Anschluss an die Filmvorführung über die Entstehungsgeschichte des Films und die Bedeutung des Großprojekts 'Displaced', über Intersektionalität, Dekolonialisierung und wie der Film zu uns im Globalen Norden sprechen kann.

Mit:

  • Ncumisa Mdlokolo, queere Aktivistin, Cape Town/Südafrika
  • Peggy Piesche, Referentin Feminismus und Geschlechterdemokratie / Gunda-Werner-Institut

Ort:
f³ – freiraum für fotografie
Waldemarstraße 17
10179 Berlin

www.fhochdrei.org | Facebook und Instagram: # fhochdrei

Eintritt: 5,00€ / ermäßigt 3,00€

Der Film gehört zum Begleitprogramm der Ausstellung "Where love is illegal".

Weitere Informationen:
Joanna Barelkowska, Projektbearbeiterin, Heinrich-Böll-Stiftung
E-Mail: barelkowska@boell.de 
Telefon +49(0)285 34 -306