Freitag, 03. Dezember 2010 10.00 – 17.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Distanzbewältigungen

Historisch-Politische Bildungsarbeit zur Shoah in der Einwanderungsgesellschaft

Die Distanz zum Nationalsozialismus und seinen Verbrechen wächst über die Generationen und stellt neue und schwierige Aufgaben an Schulen, Museen, Initiativen und Gedenkstätten. Für junge Leute mit migrantischem Hintergrund ergibt sich in ihren Familiengeschichten eine zusätzliche geographische Distanz zum historischen Ort des Verbrechens.

In welchem Verhältnis stehen junge Menschen heute zur Geschichte des NS und der Shoah? Welche generationellen Besonderheiten oder herkunftsbezogenen Unterschiede sind auszumachen? Wie kann multiperspektivisches, interkulturelles Geschichtslernen 2010 in Sachsen aussehen?

Wir wollen im Workshop konkrete Beispiele diskutieren, die neue Formen der Erinnerungsarbeit in der Einwanderungsgesellschaft gefunden und erprobt haben. Dazu stellt die Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIgA e.V.) ihre Arbeit anhand des Projekts »Jüdisches Leben in Kreuzberg« vor. Im Anschluss wird Annette Eberle ihre Studie »Institutionen, Innovationen und Individuen im Wandel der historisch-politischen Bildungsarbeit über die NS-Verbrechen« für die sächsischen TrägerInnen vorstellen. Das Leipziger Projekt beschäftigt sich mit den vielfachen Anforderungen -  zwischen historischer Aufklärung und  gegenwartsbezogener Wert- und Normbildung - die an die historisch-politische Bildung über die NS-Zeit aktuell gestellt werden.

Der Workshop richtet sich an in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit Tätige. Mit den Teilnehmenden wollen wir die vorgestellten Ansätze bezogen auf die eigene pädagogische Praxis diskutieren.
Veranstalter*in
Landesstiftung Sachsen (Weiterdenken)
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