Freitag, 20. April 2012 19.00 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Dublin II - Ungarn als Transitland


Junge afghanische Flüchtlinge berichten über ihren Fluchtweg, ihre Erfahrungen in Ungarn und die Asylsituation als sogenannte unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Deutschland.

Die Einreise in die EU erfolgte in den letzten Jahren verstärkt über Griechenland. Durch eine Vielzahl von Berichten über die katastrophalen Bedingungen in den Flüchtlingslagern und das Nichtvorhanden eines funktionierenden Asylsystems wurden EU-weit die Dublin II Rückschiebungen nach Griechenland gestoppt.

Ungarn als Transitland für die Weiterreise ist bisher vergleichsweise wenig bekannt, obwohl es einige gut recherchierte Untersuchungen über die systemischen Mängel des ungarischen Asylsystems gibt.

Flüchtlinge werden in Ungarn systematisch inhaftiert. Jugendliche Flüchtlinge werden willkürlich älter gemacht. Nach der von Misshandlungen geprägten Haft werden die meisten über kurz oder lang auf die Straße gesetzt. Gelingt eine Weiterreise nach Deutschland oder in andere EU Staaten werden die Flüchtlinge aufgrund der Dublin II Verordnung dennoch zurück nach Ungarn abgeschoben.

Dies ist nicht mit europäischer Rechtsprechung zu vereinbaren. Der Europäische Gerichtshof hatte am 21. Dezember 2011 entschieden, dass im Rahmen der europäischen Asylzuständigkeitsregelung (Dublin-II) keine blinden Abschiebungen in EU-Staaten erfolgen dürfen, in denen es systemische Mängel gibt.

Die eingeladenen afghanischen Flüchtlinge berichten über ihre Erfahrungen auf dem Fluchtweg über Ungarn und haben eine Videodokumentation erstellt.