Itzehoe. Den Opfern des Nationalsozialismus. Urheber/in: Legband. All rights reserved.

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Mittwoch, 11. März 2026 18.00 – 20.00 Uhr In meinem Kalender speichern

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Ein Mahnmal als Spiegel seiner Zeit

Vortrag und Disskusion

Das erste nordeuropäische Mahnmal für die Opfer des Naziregimes wurde 1946 in Itzehoe eingeweiht. Entworfen hat es bekannte Hamburger Architekt Fritz Höger, der bereits 1932 in die NSDAP eingetreten war und sich noch 1946 antisemitisch äußerte.

Die Geschichte der Entstehung dieses Mahnmals, seines Verschwindens und seiner Wiedererrichtung erzählt viel über den deutschen Umgang mit der NS-Vergangenheit. Auf Einladung der hbs Bremen berichtet darüber der Kieler Journalist Michael Legband, der sich seit Jahrzehnten mit der Thematik befasst. Die Veranstaltung wird in Kooperation mit dem Projekt „Universität der 3. Generation“ (AWO Bremen) durchgeführt.

Initiiert wurde das Itzehoer Mahnmal von dem KZ-Überlebenden und späteren Filmproduzenten Gyula Trebitsch. Nach seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager Wöbbelin bei Ludwigslust wurde Trebitsch in das Krankenhaus Itzehoe verlegt. Hier gründete er eine jüdische Gemeinschaft und gehörte dem Komitee für politische Gefangene an. Schon früh kam Trebitsch der Gedanke, mit einem Mahnmal an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern. Nachdem Trebitsch in Hamburg das Chilehaus gesehen hatte, bat er dessen unweit von Itzehoe in Bekenreihe wohnenden Architekten Höger um die Gestaltung. Höger legte einen Entwurf vor, der zusammen mit den anderen Verfolgten in Itzehoe diskutiert und für gut befunden wurde. Gyula Trebitsch wurde später bekannt als Produzent u.a. von „Des Teufels General“, „Der Hauptmann von Köpenick“ , „Die Bertinis“ und „Diese Drombuschs“.

Bereits 1957 wurde das Mahnmal von seinem Platz in der Innenstadt entfernt und in einem Park am Stadtrand aufgestellt, umgeben und versteckt von Bäumen. 1989 begann ein zähes Ringen um die Rückversetzung des Mahnmals an seinen ursprünglichen Standort. Mittlerweile ist es als öffentlichen Gedenkstätte des Landes Schleswig-Holstein klassifiziert – eine „symbolhafte und lesbare Gedenkanlage“, wie Michael Legband sagt. 

Adresse
AWO-Konferenzraum
Am Wall 179
28195 Bremen
Veranstalter*in
Landesstiftung Bremen
Teilnahmegebühren
Der Eintritt ist frei.
Zugang
Der Veranstaltungsort barrierefrei zugänglich