Dienstag, 17. April 2012 17.00 – 19.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Ein neues Deutschland im Westen?

veranstaltet von `Rosa Luxemburg Stiftung`

Reihe: Zwischen Bizone und EVG – Restauration und Neuanfang im Westen 1947-1952

Konferenzreihe

Zwischen Bizone und EVG – Restauration und Neuanfang im Westen 1947-1952

Eine Reihe von `Helle Panke` e.V. - Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin in Kooperation mit RLS Thüringen und Brandenburg.

Die DDR ist umfassend, gerecht und ungerecht `aufgearbeitet` und soll nur ungeliebte Fußnote deutscher Geschichte sein. Dominant ist die Erzählung der bundesdeutschen Erfolgsgeschichte auf den Trümmern Nazideutschlands, unterstützt mit CARE-Paketen und Marshall-Plan, eingebunden in den freiheitlichen Westen, beseelt vom Ziel der Befreiung des unterdrückten Ostens. Der konservative Mainstream mag diese Geschichte und ihre Legenden nicht kritisch hinterfragen. Linke Politik und Geschichtspolitik, die mit dem Heute des Kapitalismus kritisch umgeht, muss es tun. Warum versiegte der antifaschistische und antimilitaristische Grundtenor der ersten Nachkriegsjahre, die spontane Ablehnung des Kapitalismus auch bei vielen Westdeutschen rasch? Die Entscheidung zwischen Sozialismus und Kapitalismus, `zwischen Planwirtschaft und Marktwirtschaft` (Adenauer) drängte Sozialdemokraten wie Kommunisten rasch in die Opposition. Der Kalte Krieg fand auf deutschem Boden statt, mit deutschen Akteuren und Opfern. Die neue BRD wollte ihren `Auftrag Demokratie` erfüllen, da war die westalliierte Reeducation erfolgreich. Aber die Besatzer und neuen Verbündeten hatten ebenso wie die alt-neuen Eliten keine Skrupel, die wirtschaftlichen Machtverhältnisse zu restaurieren und auf jene zurückzugreifen, die die Weimarer Demokratie zerstörten und Hitlers Politik zu ihrer ureigensten Sache gemacht hatten.

Dienstag, 17. April 2012 17.00-21.00 Kopenhagener Str. 9

Ein neues Deutschland im Westen?

Der Zusammenbruch, die Befreiung vom Faschismus, stellte die antifaschistischen Kräfte aller politischer Ausrichtung vor eine große Herausforderung. Sie mussten mit den Überresten des Naziregimes ebenso die Trümmer beseitigen und den Weg für ein erneuertes Deutschland finden. Die Besatzungsmächte waren präsent und die deutschen politischen Akteure alsbald in die Konfrontation des Kalten Krieges hineingezogen. Deutschland wurde selbst sein Schauplatz. Am Anfang war noch alles offen, aber so wenig es 1945 eine Stunde Null gab, so wenig waren Konservative und zerstrittene Linke frei von ihrer Vorgeschichte und ihren Partnern bei den Alliierten – in Ost wie West.

  • Dr. Christoph Jünke (Bochum)

Ein neues Deutschland von unten? Antifa-Ausschüsse und Basisbewegungen 1945/46 in den Westzonen

  • Dr. Ulla Plener (Berlin)

Sozialdemokratie im Westen seit Mai 1945 – Wege aus dem Kapitalismus?

  • Prof. Dr. Werner Abelshauser (Bielefeld)

Alternativen zum Scheitern des alten Kapitalismus? Wirtschaftspolitische Konzepte bürgerlicher Kräfte und wirtschaftliche Neuordnung in den Westzonen 1945-48/49

  • Einführung und Moderation: Dr. Stefan Bollinger (Berlin)

Die weiteren Konferenzen:

3. Mai 2012 Besatzung, Westbindung und Bundesrepublik

7. Juni 2012 Vergangenheitspolitik und Wiederbewaffnung

18. September 2012 Opposition in der Adenauer-Republik

Rosa Luxemburg Stiftung