Dienstag, 14. Juli 2009 – Freitag, 11. September 2009 In meinem Kalender speichern

`In einem stillen Land`

Fotografien von Roger Melis

Die Ausstellung zeigt zwei Jahrzehnte nach der friedlichen Revolution eine repräsentative Auswahl von Fotografien aus dem Bildband „In einem stillen Land“ von Roger Melis. Aufnahmen aus 25 Jahren zeichnen ein umfangreiches Porträt der DDR und ihrer Bewohner. Die atmosphärisch dichten, oft symbolhaften Bilder führen quer durch Landschaften, Dörfer und Städte zwischen Ostsee, Harz und Erzgebirge, beschreiben nüchtern und kritisch den Alltag im realen Sozialismus und porträtieren die Menschen, die hier lebten. Obwohl Melis zeitweilig im offiziellen Auftrag der DDR-Magazine arbeitete, wurden viele seiner Aufnahmen nicht gedruckt und als „Müllkastenfotografie“ denunziert. Zu deutlich, zu ungeschminkt spiegelten sie die Wirklichkeit wider. Trotz der merkwürdigen Stille, der Resignation und Tristesse, die Land und Leute zu lähmen scheinen, zeugen die Aufnahmen dabei auch von Widerspruchsgeist und Selbstbewusstsein. Der Staat war auf seine Bürger angewiesen, sie wussten um ihre Macht und konnten sich auf ihre soziale Absicherung verlassen.