Samstag, 19. Oktober 2019 /
Dresden

einmischen + mitmischen. Querschnitt feministischer Perspektiven

Netzwerktagung Geschlechterdemokratie 2019

Urheber/in: Stefanie Busch. Public Domain.
Datum, Uhrzeit
Sa., 19. Okt. 2019,
10.00 – 19.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Adresse
➽ Siehe Veranstaltungsbeschreibung
Veranstalter/in
Landesstiftung Sachsen (Weiterdenken)
Rechtliches
Allgemeine Geschäftsbedingungen

Feministisches Engagement in Sachsen ist vielfältig, kontrovers und in Bewegung. Mit Demonstrationen und Zeitschriften, Stadtrundgängen und Workshops, Diskussionen, Festivals und vielen anderen Aktionsformen engagieren sich Feminist*innen für eine geschlechtergerechte Gesellschaft. Es ist viel geschafft. Zeit zum Zurücklehnen ist aber nicht. Denn die feministischen Errungenschaften rufen antifeministische Gegenwehr hervor. Der geschlechterpolitische Backlash durch AfD, "Lebensschutz"-Bewegung und andere antifeministische Gruppen hält an. Daher braucht es Zusammenhalt durch feministische Bündnisse, gemeinsame Kämpfe und solidarische Praxis.

Die Tagung lädt zu einem genaueren Blick auf aktuelle feministische Fragen und Herausforderungen ein. Wie können wir feministische Allianzen bilden? Wie gelingt Solidarität in der feministischen Vielfalt? Wir wollen (queer-)feministisch aktive und interessierte Menschen vernetzen, uns von neuen Gedanken inspirieren lassen und zusammen planen, wie Feminismus auch in Sachsen vorankommt.

Zeit: 19. Oktober 2019 // 10:00 bis 19:00 Uhr

Ort: Stadtteilzentrum Emmers // Bürgerstraße 68 // Dresden
 

>>> ANMELDUNG BIS ZUM 13. OKTOBER 2019 (siehe GRÜNER ANMELDEBUTTON OBEN) <<<

 

PROGRAMM:

::: VORMITTAG :::

Begrüßung mit einem feministischen Quiz

Alt + jung - Treffen sich zwei Feminist*innen...
Karin Dauenheimer + Eva Pietzarka

Gleiche Ziele. Unterschiedliche Wege. Aktueller feministischer Aktivismus in Sachsen
Interaktiv mit feministischen Initiativen aus Sachsen

::: NACHMITTAG :::

Workshop 1: Mutter! Leib?
Wer gehört hier wem? Das Kind der Mutter, die Mutter dem Kind... und was ist überhaupt mit allen anderen Eltern? Wir gehen der Frage nach, wie Leiblichkeit und Mutterschaft zusammenhängen. Was hat Leiblichkeit mit Zugehörigkeit zu tun? Wo enden körperliche Erfahrungsräume und wo beginnt kulturelle Überschreibung? Wie sehen Elternschaften jenseits des traditionellen Ideals aus? Das FAMILIA*FUTURA-Team gibt Einblicke in Lebensrealitäten von Leihmutterschaft, Adoption, Co-Elternschaft, Inter-Elternsein. Wir werden erzählen, gemeinsam spielen und diskutieren.
Miriam Welk, Stephanie Krah // FAMILIA*FUTURA

Workshop 2: Raus aus der Blase - Feminismus inklusiv
„Feminism Is For Everybody“, formulierte es die Autorin und Aktivistin bell hooks. Im Gegensatz zu einem weißen, bürgerlichen und elitären Feminismus wendet sich ein intersektionaler, inklusiver Feminismus gegen sämtliche Diskrimierungsformen und kämpft für ein gutes Leben für alle. Der Anspruch, möglichst inklusiv zu sein, scheitert jedoch oft an der Praxis. Feministischer Aktivismus passiert häufig in einem akademischen Umfeld und produziert (ungewollt) zahlreiche Ausschlüsse. In dem Workshop wollen wir diskutieren, wie wir uns diese Auschlüsse und Barrieren bewusst machen können und welche Strategien es braucht, um feministische Räume offener und inklusiver zu gestalten.
Brigitte Theißl // an.schläge

Workshop 3: Feministische Allianzen in der postmigrantischen Gesellschaft: In die Offensive!
Es braucht einen Blick über den feministischen Tellerrand - es braucht antirassistische feministische Allianzen in Sachsen. Im Workshop wollen wir aus unterschiedlichen Perspektiven darüber sprechen, wie solche Allianzen geschmiedet werden können. Wie können wir Solidarität und ein Miteinander in einer Gesellschaft schaffen, in der antifeministische und rassistische Ressentiments zum Alltag gehören? Was braucht es für kollaboratives Arbeiten? Was können Fallstricke und wie müssen Ansprachenaussehen? Gemeinsam werden wir künstlerische Methoden ausprobieren und Erfahrungen austauschen.
Stefanie Busch // Künstlerin

Workshop 4: Für Pro Choice auf die Straße: Feministische Kämpfe für reproduktive Rechte weltweit!
Reproduktive Rechte sind umkämpft. Im Zuge des aktuellen rechtskonservativen, antifeministischen Rollbacks organisieren sich insbesondere christliche Fundamentalist*innen als Anti-Choice-Bewegung gegen die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen. In Deutschland treten sie vor allem durch ihre „Schweigemärsche“ in Erscheinung, so auch im sächsischen Annaberg-Buchholz. Doch sie treffen zunehmend auf Widerstand. Anhand konkreter Beispiele u. a. aus Polen, Italien, Spanien, Nordirland/Irland, den USA und eben auch Sachsen wird der Workshop die Vielfalt an lokalen wie globalen Protestformen beleuchten, ihre Akteur*innen und Bündnisse vorstellen und deren Strategien im Kampf um das Recht auf Abtreibung und sexuelle Selbstbestimmung diskutieren.
Aktivist*innen von Pro Choice Sachsen

Workshop 5: Stränge feministischer Theorien - Eine Einführung
Als Helke Sander 1968 mit der Tomatenwurfrede den Startschuss für die Frauenbewegung legte, lag das Hauptaugenmerk, der sich kurz vorher gebildeten Frauengruppen auf der Kollektivierung der Kindererziehung, um der Isolation von Frauen als Mütter entgegenzutreten. Dies kam nicht von ungefähr. Denn trotz formaler Gleichheit merkten vor allem die Mütter, dass sie gesellschaftlich ausgegrenzt werden, und an der gesellschaftlichen Teilhabe gehindert werden. Mutterschaft ist bis heute ein wesentlicher Bezugspunkt, und an ihr entzündeten sich wesentliche gesellschaftliche Debatten, wie der Kampf um das Recht auf Abtreibung oder die Forderung nach einer „Neuen Mütterlichkeit“, die die Frauenbewegung bis ins innerste erschütterte. An dem Thema „Mutterschaft“ sollen in dem Workshop die wesentlichen Strömungen der Frauenbewegung vom Gleichheits-, zum Differenzfeminismus, bis zum Poststrukturalismus erarbeitet werden.
Andrea Trumann // AK Wissenskritik

Workshop 6: Kritische Männlichkeiten
Männlichkeiten stereotyp zu denken ist relativ simpel. Da geht es um Körperkraft, Werkzeuge oder Technik. Aber was sind Männlichkeiten über diese Stereotype hinaus? Gibt es so etwas wie „kritische“ Männlichkeiten? Sind das Verhaltensweisen oder Sensibilitäten? Und was hat das mit meiner geschlechtlichen Gewordenheit zu tun? Gibt es Grenzen der Geschlechterreflexion. Diese und weitere Fragen bearbeiten wir gemeinsam im Workshop.
Peter Bienwald // Landesfachstelle Jungenarbeit Sachsen

ACHTUNG: ALLE WORKSHOPS WERDEN ZWEIMAL HINTEREINANDER ANGEBOTEN. ES KÖNNEN ALSO ZWEI VERSCHIEDENE WORKSHOPS BESUCHT WERDEN.

Abschluss mit Zeichnungen von Henrike Terheyden

Zu sehen: Ausstellung der kosmotique „the item of my exploitation“
Am 8. März 2019 fand innerhalb des Frauen*streikcafés der kosmotique ein feministisches Fotoshooting statt. Frauen* präsentierten ihr item of exploitation oder kreierten ein Szenario vor Ort, das ihre persönliche Situation im Patriarchat symbolisiert

Nach dem Abschluss geht es weiter: Feministischer Stadtrundgang durch Pieschen mit Feministory

>>> ANMELDUNG BIS ZUM 13. OKTOBER 2019 (siehe GRÜNER ANMELDEBUTTON OBEN) <<<

Bitte bei der Anmeldung angeben:

  • Übersetzung erwünscht (englisch/deutsch - deutsch/englisch)?

  • Fragen zur Barrierefreiheit?

  • Kinderbetreuung erforderlich?

  • präferierter Workshop in Workshoprunde 1 und 2

Die Tagung ist barrierefrei. Es werden Gebärdensprachdolmetscher*innen vor Ort sein.

Die Tagung ist eine Kooperation zwischen der Landesarbeitsgemeinschaft Mädchen und junge Frauen in Sachsen e.V. und dem Genderkompetenzzentrum Sachsen e.V., RomaRespekt und Weiterdenken Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen e.V.

Weitere Informationen