Freitag, 01. Februar 2008 – Samstag, 02. Februar 2008 In meinem Kalender speichern

Emanzipaton neu denken

Emanzipation – mehr als ein Schlagwort
Die rechtliche Gleichstellung von Frau und Mann ist eine Selbstverständlichkeit geworden, dennoch ist die frauenpolitsche Bilanz zwiespältig. Zeit, Macht und Geld zwischen den Geschlechtern sind unfair verteilt: Frauen leisten drei Viertel der unbezahlten Arbeit (Haushalt, Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen). Sie verdienen in der Erwerbsarbeit um 30 - 40% weniger als Männer. In den Führungsetagen von Großkonzernen und Medienunternehmen sind Frauen kaum vertreten. Hat nur ein Teil der Frauen von den emanzipatorischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte profitert? Was bedeutet Emanzipation heute überhaupt? Spielen feministische Lebens- und Denkentwürfe noch eine Rolle im so genannten postfeministischen Zeitalter? Oder ist Emanzipation lediglich ein Schlagwort geblieben? Haben jene Stimmen Recht, die mit dem Schlagwort „Eva-Prinzip“ eine neue Weiblichkeit beschwören oder Chancengleichheitsideen in das Reich politischer Phantasien verbannen? Oder hat sich die Emanzipation gewandelt und neue Zeiten brauchen neue Antworten?

Visonen erforderlich
Emanzipation hat mit Freiheit zu tun, mit dem Aufbrechen diskriminierender Strukturen, sei es ökonomisch oder sozial. Sie ist Kampf um Gleichberechtigung und politische Partizipation. Und sie ist ein Mittel, um Gleichstellung zu schaffen. Bei der Tagung werden wir daher die  Errungenschaften des Feminismus zeigen und in die Zukunft blicken. Angesichts der aktuellen Debatte scheint eine Standortbestimmung notwendig - in der Analyse bestehender Geschlechterverhältnisse und im Aufzeigen neuer Lebensentwürfe für ein geglücktes Leben von Frauen und Männern. Konzepte, Lebensmodelle, Beispiele und Visionen für ein gutes Leben – unabhängig vom Geschlecht – und Fairness zwischen den Geschlechtern sind dringend erforderlich.

Inhalte der Tagung
Rückblick und Standortbestimmung: Was haben die Frauenbewegungen erreicht? Was haben wir ihnen zu verdanken? Was fehlt? Was muss auch angesichts der aktuellen Situation kritisch reflektiert werden?

Gesellschaftliche Rollenbilder: Wie prägend sind die Formen weiblicher und männlicher Sozialisation?

Existenzsicherung: Garantiert die Erwerbsarbeit
Eigenständigkeit? Welche geschlechterspezifischen Abhängigkeiten bestehen und wer hat politisches wie wirtschaftliches Interesse daran? Wie kann für Frauen und Männer mit und ohne Kinder Existenzsicherung möglich sein?

Visionen und Modelle eines erfüllten Lebens für Frauen und Männer.
Anhänge