Gespräch

Mittwoch, 24. Oktober 2018 19.00 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Gespräch

Empört Euch? Das tun wir schon lange!

Im autobiografischen Gespräch zu Gast: Thúy Nonnemann

Nach dem Ende des Indochinakriegs 1954 ging Thúy Nonnemann mit ihrer Familie vom Norden Vietnams in den Süden nach Saigon, wo sie als unerwünschte Flüchtlinge galten. Als Schülerin erfuhr sie dort erstmals Diskriminierungen. Thúy besuchte das französische Gymnasium in Saigon und begann 1958 an der dortigen Universität ihr Studium der französischen und englischen Literatur und Philosophie. 1961 musste sie aus politischen Gründen ihr Studium abbrechen und arbeitete dann sieben Jahre lang als Stewardess bei der Air Vietnam, mit Wohnsitz in Paris.

Im heißen Jahr 1968 ging sie nach Berlin. Neben ihrer Tätigkeit bei einer Berliner Bank war sie bald ehrenamtlich für die damalige "Ausländerbeauftragte" tätig. Später engagierte sie sich auch in der Arbeit mit Gefängnisinsassen, gab Kurse als Dozentin für interkulturelle Kompetenz und ist neben ihrem Wirken in verschiedenen Beiräten seit 2005 Mitglied der Härtefallkommission des Berliner Senats.

Thúy Nonnemann hat die erste Welle einer Willkommenskultur in der Bundesrepublik miterlebt: die Rettung und Aufnahme der vietnamesischen Boat People in der zweiten Hälfte der 70er Jahre und dann in den 90ern die äußerst schwierige Situation der ehemaligen Vertragsarbeiter_innen nach dem Ende der DDR. Ihre Lebensgeschichte führt auf vielen Pfaden an historische Knotenpunkte unserer Einwanderungsgesellschaft - an Versäumtes und an Gelingendes.


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Deutsch