- Donnerstag, 07. Mai 2009 19.00 – 22.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Ende der Lügen
Die Wahlfälschung im Mai 1989, Wahlkontrolle und Opposition
Die Wahlen vom 7. Mai 1989 stellen einen entscheidenden Einschnitt in den Kräfteverhältnissen in der DDR dar. Die ca. 12 Millionen wahlberechtigten DDR-Bürger waren aufgerufen, die Kandidaten der «Nationalen Front» für die Kommunalparlamente zu wählen. Obwohl die Stimmung in der DDR brodelte und in Moskau Glasnost und Perestroika sich durchzusetzen begannen, wollten Erich Honecker und Genossen weiter machen wie gehabt. Doch bereits ab Frühsommer 1988 hatten verschiedene, vor allem kirchliche Gruppen aufgerufen, die Wahl zu boykottieren oder diesmal bewusst mit «Nein» zu stimmen. Die Stasi warnte und versuchte die Wahlen unter dem Decknamen «Symbol 89» «abzusichern». Niemand hatte bis 1989 gewagt, der SED-Führung und den ihr unterstellten Staatsorganen direkt nachzuweisen, dass sie Wahlergebnisse vorsätzlich fälschten. Das setzte gemeinsame Absprachen und einen hohen Organisationsgrad voraus - alles «Tatbestände», die in der DDR zur Kriminalisierung voll ausreichten. Umso erstaunlicher die Zahl der Kommunen und Wahllokale, in denen sich am Abend des 7. Mai 1989 Bürger einfanden, um die Auszählung der Stimmen zu überwachen.
Die Ergebnisse der Überprüfung waren eindeutig. In nahezu allen Fällen konnte den Behörden Wahlfälschung nachgewiesen werden. Dabei hatte die SED-Führung schon klammheimlich «Zugeständnisse» an die Stimmung in der Bevölkerung gemacht: Das offiziell verkündete Endergebnis der Wahlen wies mit 1,15 % den höchsten Anteil an Nein-Stimmen in der Geschichte der DDR auf. Blieben aber immer noch 98,85 % Zustimmung für die Kandidaten der Nationalen Front (bei einer angeblichen Wahlbeteiligung von 98,78 %). Dies widersprach deutlich den Ergebnissen der autonomen Wahlbeobachter. Die Differenz zu den offiziellen Angaben betrug in einigen Orten bis zehn Prozent. Bereits am Wahlabend kam es daraufhin in unterschiedlichen Städten vereinzelt zu Protesten, später zu kirchlichen Informationsabenden und Anzeigen.
Wie wurden die Wahlen in Dresden vorbereitet und begleitet und wie wurden die Überprüfungen organisiert? Wer waren diese Oppositionellen, was trieb sie an und welchen Gefahren setzten sie sich aus? Wie wirkte sich die endlich nachgewiesene Fälschung auf die Oppositionsbewegung in Dresden aus? Was ist aus den Akteuren von damals geworden?
Wir diskutieren an diesem Abend mit Andreas Horn, 1989 Pfarrer der Versöhnungskirche Striesen und Klaus Kuhn, 1989 Johannstädter Friedenskreis.
Die Ergebnisse der Überprüfung waren eindeutig. In nahezu allen Fällen konnte den Behörden Wahlfälschung nachgewiesen werden. Dabei hatte die SED-Führung schon klammheimlich «Zugeständnisse» an die Stimmung in der Bevölkerung gemacht: Das offiziell verkündete Endergebnis der Wahlen wies mit 1,15 % den höchsten Anteil an Nein-Stimmen in der Geschichte der DDR auf. Blieben aber immer noch 98,85 % Zustimmung für die Kandidaten der Nationalen Front (bei einer angeblichen Wahlbeteiligung von 98,78 %). Dies widersprach deutlich den Ergebnissen der autonomen Wahlbeobachter. Die Differenz zu den offiziellen Angaben betrug in einigen Orten bis zehn Prozent. Bereits am Wahlabend kam es daraufhin in unterschiedlichen Städten vereinzelt zu Protesten, später zu kirchlichen Informationsabenden und Anzeigen.
Wie wurden die Wahlen in Dresden vorbereitet und begleitet und wie wurden die Überprüfungen organisiert? Wer waren diese Oppositionellen, was trieb sie an und welchen Gefahren setzten sie sich aus? Wie wirkte sich die endlich nachgewiesene Fälschung auf die Oppositionsbewegung in Dresden aus? Was ist aus den Akteuren von damals geworden?
Wir diskutieren an diesem Abend mit Andreas Horn, 1989 Pfarrer der Versöhnungskirche Striesen und Klaus Kuhn, 1989 Johannstädter Friedenskreis.