- Mittwoch, 24. Juni 2009 19.30 – 21.30 Uhr In meinem Kalender speichern
Erinnern an den Holocaust- aber wie?
Je weiter der Holocaust zurückliegt, desto größer wird die Herausforderung an das öffentliche Erinnern. Lokale Veranstaltungen anlässlich des Holocaust-Gedenktages zählen oft nur noch wenige BesucherInnen und die InitiatorInnen der Veranstaltungen bleiben so häufig unter sich. In Flößberg, einem kleinen Ort im Süden von Leipzig, war Ende 1944 eines der letzten Außenlager des KZ Buchenwald errichtet worden. Mindestens 235, zumeist jüdische Häftlinge starben hier. In diesem Jahr waren nur neun BürgerInnen dem Aufruf zum Gedenken anlässlich des Holocaustgedenktages, am 27. Januar, in Flößberg gefolgt. Das geringe Interesse am Erinnern in Flößberg ist kein Einzelfall. Auch auf Bundesebene scheint es Irritationen und Störungen zu geben. So offenbarte das diesjährige Fernbleiben des Zentralrats der Juden von der Gedenkfeier zum 64. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz im Bundestag die Unzufriedenheit mit den Formen des offiziellen Gedenkens. Eine notwendige öffentliche Debatte über das künftige Erinnern an den Holocaust entwickelt sich jedoch kaum.
Es ist Zeit, die aktuellen Formen der Erinnerung auf den Prüfstand zu stellen und sich drängenden Fragen zu stellen. Wo liegen die Gründe für das offenbare Desinteresse am Erinnern an den Holocaust in der Bevölkerung? Läuft etwas schief bei der Erinnerung an den Holocaust? Wie kann die Erinnerung auch auf lokaler Ebene in Zukunft wachgehalten werden? Wie wird sich die Vermittlung der Geschichte des Holocausts und das Lernen aus ihr gestalten, wenn die ZeitzeugInnen verstummt sind? Sollten neue Wege des Gedenkens eingeschlagen werden? Im Rahmen der „Jüdischen Woche“ 2009 in Leipzig möchten wir diese und weitere Fragen an diesem Abend mit unseren Podiumsteilnehmern diskutieren.
Unsere Gäste: Rolf Isaacsohn, Holocaustüberlebender und eh. Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig; PD Dr. habil. Werner Konitzer, Stellvertretender Direktor des Fritz Bauer Instituts; Prof. Dr. Alfons Kenkmann, Professor der Geschichtsdidaktik am Historischen Seminar der Universität Leipzig; Prof. Dipl.-Ing. Harald Stricker, Professor für Architektur in Leipzig; Moderation:
Uwe von Seltmann, Journalist und Autor
Es ist Zeit, die aktuellen Formen der Erinnerung auf den Prüfstand zu stellen und sich drängenden Fragen zu stellen. Wo liegen die Gründe für das offenbare Desinteresse am Erinnern an den Holocaust in der Bevölkerung? Läuft etwas schief bei der Erinnerung an den Holocaust? Wie kann die Erinnerung auch auf lokaler Ebene in Zukunft wachgehalten werden? Wie wird sich die Vermittlung der Geschichte des Holocausts und das Lernen aus ihr gestalten, wenn die ZeitzeugInnen verstummt sind? Sollten neue Wege des Gedenkens eingeschlagen werden? Im Rahmen der „Jüdischen Woche“ 2009 in Leipzig möchten wir diese und weitere Fragen an diesem Abend mit unseren Podiumsteilnehmern diskutieren.
Unsere Gäste: Rolf Isaacsohn, Holocaustüberlebender und eh. Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig; PD Dr. habil. Werner Konitzer, Stellvertretender Direktor des Fritz Bauer Instituts; Prof. Dr. Alfons Kenkmann, Professor der Geschichtsdidaktik am Historischen Seminar der Universität Leipzig; Prof. Dipl.-Ing. Harald Stricker, Professor für Architektur in Leipzig; Moderation:
Uwe von Seltmann, Journalist und Autor