- Montag, 11. Juni 2007 20.00 – 22.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Erinnern statt Bewältigen. Aufarbeitung der SED-Diktatur anhand von Stasi-Unterlagen
Reihe: Der Förderkreis lädt ein
Vortrag und Gespräch, anschließend kleiner Umtrunk
Erinnern statt Bewältigen
Das Stasi-Unterlagen-Gesetz vom Dezember 1991 machte es zum ersten Mal in der Geschichte möglich, die Archive der Geheimpolizei einer Diktatur zu öffnen – für Privatpersonen, für die Forschung und Medien. Ein weltweit wohl einmaliger Vorgang, und Grund für viele Länder, die Diktaturen überwunden haben, wie Chile, Argentinien, Südafrika, vor allem aber die ehemaligen Ostblockstaaten den Austausch mit der Behörde für Stasi-Unterlagen zu suchen.
Neben dem gesetzlichen Auftrag, die Stasi-Akten individuell zugänglich zu machen, legt die Behörde das Räderwerk eines gigantischen Überwachungsapparates offen und klärt die Öffentlichkeit über Strukturen und kriminelle Methoden des Staatssicherheitsdienstes auf. Beides versteht sie als einen wichtigen Beitrag, die Erinnerung an die SED-Diktatur, an ihre Opfer, aber auch an Opposition und Widerstand gegen das System wach zu halten. Erinnerung und Information wird an die Stelle von Vergessen, Verschweigen und Verklären gesetzt.
In der Öffentlichkeit verblasst die Erinnerung an die Lebenswirklichkeit der DDR. Sie wird verharmlost und verklärt und ihr totalitärer Charakter verdrängt.
Wie reagiert die Behörde darauf? Welches Gewicht und welche Aufgabe hat sie 15 Jahre nach ihrer Eröffnung? Haben sich die Erwartungen der Opfer, der damaligen Opposition, der Öffentlichkeit und Politik erfüllt? Welchen Sinn machen die Aufarbeitungsbemühungen heute? Wie sehen die künftigen Herausforderungen aus?
Marianne Birthler ist seit 2000 Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik. Sie war Bildungsministerin der Brandenburger Landesregierung unter Manfred Stolpe. Als dessen Stasi-Verstrickungen bekannt wurden, gab Marianne Birthler aus Protest ihr Amt zurück. Sie wurde Sprecherin von Bündnis 90/ Die Grünen. Seit 2000 ruht ihre Parteimitgliedschaft. Marianne Birthler gehörte dem Gründungsvorstand der Grünen Akademie an, sie ist Mitglied im Förderkreis der Heinrich-Böll-Stiftung.
Mit:
Marianne Birthler, Beauftragte der Bundesregierung für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR
Erinnern statt Bewältigen
Das Stasi-Unterlagen-Gesetz vom Dezember 1991 machte es zum ersten Mal in der Geschichte möglich, die Archive der Geheimpolizei einer Diktatur zu öffnen – für Privatpersonen, für die Forschung und Medien. Ein weltweit wohl einmaliger Vorgang, und Grund für viele Länder, die Diktaturen überwunden haben, wie Chile, Argentinien, Südafrika, vor allem aber die ehemaligen Ostblockstaaten den Austausch mit der Behörde für Stasi-Unterlagen zu suchen.
Neben dem gesetzlichen Auftrag, die Stasi-Akten individuell zugänglich zu machen, legt die Behörde das Räderwerk eines gigantischen Überwachungsapparates offen und klärt die Öffentlichkeit über Strukturen und kriminelle Methoden des Staatssicherheitsdienstes auf. Beides versteht sie als einen wichtigen Beitrag, die Erinnerung an die SED-Diktatur, an ihre Opfer, aber auch an Opposition und Widerstand gegen das System wach zu halten. Erinnerung und Information wird an die Stelle von Vergessen, Verschweigen und Verklären gesetzt.
In der Öffentlichkeit verblasst die Erinnerung an die Lebenswirklichkeit der DDR. Sie wird verharmlost und verklärt und ihr totalitärer Charakter verdrängt.
Wie reagiert die Behörde darauf? Welches Gewicht und welche Aufgabe hat sie 15 Jahre nach ihrer Eröffnung? Haben sich die Erwartungen der Opfer, der damaligen Opposition, der Öffentlichkeit und Politik erfüllt? Welchen Sinn machen die Aufarbeitungsbemühungen heute? Wie sehen die künftigen Herausforderungen aus?
Marianne Birthler ist seit 2000 Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik. Sie war Bildungsministerin der Brandenburger Landesregierung unter Manfred Stolpe. Als dessen Stasi-Verstrickungen bekannt wurden, gab Marianne Birthler aus Protest ihr Amt zurück. Sie wurde Sprecherin von Bündnis 90/ Die Grünen. Seit 2000 ruht ihre Parteimitgliedschaft. Marianne Birthler gehörte dem Gründungsvorstand der Grünen Akademie an, sie ist Mitglied im Förderkreis der Heinrich-Böll-Stiftung.
Mit:
Marianne Birthler, Beauftragte der Bundesregierung für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR
- Veranstalter*in
- Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin