Dienstag, 05. Oktober 2004 19.00 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Erinnern statt Vergessen

Argentinien zwischen gestern und morgen

Vor sechs Jahren erst wurde das Archiv der Geheimpolizei der Provinz Buenos Aires aufgelöst, seit 2000 sorgt die "Comisión por la memoria" (Erinnerungskommission) dafür, dass die Öffentlichkeit nach und nach Zugang erhält. <br><br> Das Archiv beinhaltet umfangreiche Datenbestände über die politisch-ideologische Verfolgung von ArgentinierInnen nicht nur während der letzten, blutigsten Militärdiktatur, sondern seit Ende der dreißiger Jahre. Neben rund 300.000 personenbezogenen Einträgen sind dort Aktivitäten u.a. von Genossenschaften, Berufsvereinigungen, Gewerkschaften und Studentenverbänden minutiös dokumentiert. Das Archiv ist bislang die einzige Quelle dieser Art in Argentinien. <br><br> Laura Conte und Patricia Funes, Mitglieder der Erinnerungskommission aus Argentinien, befinden sich auf Einladung der Birthler-Behörde, der Heinrich-Böll- Stiftung und der Konrad-Adenauer-Stiftung zu einem zweiwöchigen Austausch- und Informationsprogramm in der Birthler-Behörde in Berlin.<br><br> An diesem Abend diskutieren sie mit Hans Altendorf, Birthler-Behörde, Christian Tomuschat, Völkerrechtsexperte und Marianne Zepp, Heinrich-Böll-Stiftung, die unterschiedlichen und gemeinsamen Erfahrungen mit Gedächtnispolitik in Argentinien und Deutschland als Grundlage für den Zusammenhalt demokratischer Gesellschaften. <br><br> <b>Mit</b>:<br> <b>Laura Conte</b>, Vizepräsidentin der Erinnerungskommission der Provinz Buenos Aires, Gründungsmitglied der "Madres de Plaza de Mayo"<br> <b>Dr. Patricia Funes</b>, Erinnerungskommission der Provinz Buenos Aires<br> <b>Marianne Zepp</b>, Referentin für Zeitgeschichte der Heinrich-Böll- Stiftung<br> <b>Hans Altendorf</b>, Direktor der Behörde der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR<br> <b>Prof. Dr. Christian Tomuschat</b>, Lehrstuhl für Völker- und Europarecht, Humboldt-Universität, Berlin<br> Moderation: <b>Dr. Hildegard Stausberg</b>, Die Welt