- Donnerstag, 14. September 2006 19.00 – 21.30 Uhr In meinem Kalender speichern
Europa - diesseits von Afrika
Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung
In Afrika ist Armut die Geißel des
Kontinents. Flüchtlingsdramen, Hungersnot,
Tod durch Aids, die Schlagzeilen ändern
sich nicht. Afrika zeigt, dass sich nur
durch eine tatsächliche und grundsätzliche
Verbesserung der Lebensbedingungen der
Menschen die Katastrophe abwenden lässt.
Europa hat eine für zehn Jahre bemessene
EU-Afrika-Strategie. Die Ursachen für die
Einwanderungsprobleme an den europäischen
Grenzen sind nur durch Überwindung der
Verelendung der Menschen zu lösen.
Vorgesehen sind die Verdoppelung der
Entwicklungshilfe ebenso wie die Förderung
der Bildungs- und Gesundheitssysteme. Ein
europäisches „Peace Corps“ sowie
europäisch-afrikanische Partnerschaften von
Parlamenten, Gemeinden, Schulen,
Universitäten oder Unternehmen sollen helfen.
Aber: Es gibt mitnichten eine
Gesamtstrategie, sagt die Europaabgeordnete
Gabriele Zimmer. Denn Stacheldrahtzäune
werden erhöht und EU-Innenminister wollen,
dass im Rahmen von „Schutzprogrammen“
Auffanglager errichtet werden. Doch die
zunehmende Arbeitsmigration ist nicht durch
Abschottung zu bekämpfen. Ob der Weg,
Afrikas Rohstoffe durch den Bau von Straßen
und Schienen schnellstmöglich auf den
Weltmarkt zu bringen, der richtige ist,
darf bezweifelt werden. Frau Zimmer
erinnert in diesem Zusammenhang an das
Konzept der Kolonialmächte.
Heute setzen sich die Multis in der EU
dafür ein. Schließlich will sich keiner mit
der europäischen Agrarlobby anlegen, obwohl
es auch die immensen Agrarsubventionen in
Europa sind, die den Afrikanern ihre
Existenzgrundlage rauben und sie zur Flucht
zwingen. Sagen die europäischen Linken
nunmehr „Nein“ zu Agrarsubventionen oder
ist ihnen, wenn es heiß auf heiß kommt, der
Rock näher...?
Grundlage für eine erfolgreiche
Entwicklungszusammenarbeit ist auch ein
soziales Europa, sagt Gabriele Zimmer. Sie
engagiert sich für die Einhaltung von
Tarifverträgen ebenso wie für die
Durchsetzung gewerkschaftlicher Rechte.
Besonders am Herzen liegt ihr, dass die
Parlamentarier der GUE/NGL-Fraktion
ernsthafte und zuverlässige Partnerinnen
derjenigen sind, die die sozialen
Interessen von Menschen vertreten, die
durch herrschende neoliberale Ausrichtung
der EU-Politik in ihrer Existenz bedroht sind.
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