- Montag, 10. Juni 2013 19.00 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern
„Europäische Familie“
Gleichstellungspolitiken für Ehe und Familie bei uns und unseren Nachbarn
Podiumsdiskussion aus der Reihe „Europa neu denken“
Mit dem Slogan „Ehe für alle!“ zog es im Dezember 2012 viele Französinnen und Franzosen auf die Straße. Sie demonstrierten für mehr Rechte und Gleichberechtigung für homosexuelle Paare. Die Gegner/innen und vor allem die katholische Kirche mobilisierten dagegen. Die gespaltene Republik ließ sich dennoch von ihrem Parlament mit klarer Mehrheit ein neues Gesetz geben und damit die Gleichstellung der gleichgeschlechtlichen Ehe einläuten.
In Polen dagegen erlitt der von der Regierungspartei im März 2013 eingebrachte Gesetzesentwurf für eingetragene Partnerschaften für homosexuelle Paare im Parlament eine Niederlage. Die Gesellschaft dort ringt weiterhin mit Fragen der Geschlechtergerechtigkeit, Toleranz und dem Umgang mit homosexuellen und transsexuellen Themen im Alltag und in der Politik.
In Deutschland entwickeln sich die Gerichte zum Motor der gesellschaftlichen Entwicklungen. Die Urteile des Bundesverfassungsgerichts zur gleichgeschlechtlichen Ehe spiegeln auch die positiven Umfragewerte und somit Akzeptanz in der Gesellschaft wider. Allein in konservativen politischen Kreisen rund um die Bundesregierung sorgten diese Urteile für Streit und schließlich für Ablehnung.
Unabhängig von der jeweiligen Gesetzeslage werden in vielen europäischen Ländern längst viele unterschiedliche Formen von Ehe und Familie gelebt. Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sind allerdings höchst unterschiedlich. Auf welche Resonanz treffen die Rufe nach Toleranz und Antidiskriminierung in verschiedenen europäischen Ländern? Inwieweit kann man von verschiedenen Geschwindigkeiten der Gleichstellungspolitik in den europäischen Ländern sprechen und welche Rolle spielt hierbei die Europäische Union? Was bedeutet das für unser Selbstverständnis als Europäerin und Europäer?
Im Gespräch mit prominenten Politiker/innen und Aktivist/innen aus Polen, Frankreich und Deutschland diskutieren wir über Visionen und Alltag der Vielfalt und Gleichberechtigung.
- Veranstalter*in
- Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin