Freitag, 16. Dezember 2005 15.00 – 17.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Europäische Integration und die Föderation politischer Nationen

Festvortrag zum Hannah Arendt-Preis 2005

Festvortrag und Diskussion zur Verleihung des Hannah Arendt-Preises 2005 an <b>die Staatspräsidentin der Republik Lettland Frau Prof. Dr. Vaira Vike-Freiberga</b><br><br> Europäische Integration und die Föderation politischer Nationen - Festvortrag und Diskussion<br> Diese Frage diskutieren im Anschluss an den Festvortrag - mit der Preisträgerin:<br> <b>Prof. Wolfgang Eichwede</b> (Universität Bremen) und <b>Prof. Reinhart Koselleck</b> (Universität Bielefeld)<br> Moderation: <b>Dr. Lothar Probst</b><br><br> Europas Nationen, so ein gängiges Argumentationsmuster, sind geschichtlich kompromittiert und haben im Zeitalter der Globalisierung wichtige Funktionen eingebüßt, so dass sie nicht mehr in der Lage sind, den entgrenzenden Prozessen der Ökonomie etwas entgegenzusetzen. Aus dieser Perspektive scheint der Weg in eine supranationale Gemeinschaft, die das Erbe der Vergangenheit überwindet und neue Gestaltungsmöglichkeiten schafft, unausweichlich und vorprogrammiert. <br><br> Diese Perspektive ist nicht erst seit den ablehnenden Referenden in Frankreich und Holland zu einer Europäischen Verfassung und immer wieder virulent werdenden nationalen Integrationskonflikten fragwürdig geworden, sondern schon die Osterweiterung der EU hat gezeigt, dass unterschiedliche Verständnisse von Nationen aufeinander stoßen. Angesichts dieser Differenzen stellt sich die Frage, ob die funktionale Integration Europas tatsächlich in einem unauflösbaren Gegensatz zur Föderation selbstbewusster politischer Nationen in Europa steht. Inwieweit könnte auch in Westeuropa eine Rückbesinnung auf die politische Nation als Bezugsrahmen für politisches Handeln - jenseits eines kulturalistischen bzw. staatszentrierten Verständnisses – ein Ausweg aus der Krise der EU sein?
Heinrich-Böll-Stiftung Bremen
Veranstalter*in
Landesstiftung Bremen