Sonntag, 05. Juli 2015 14.00 – 17.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Exkursionsreihe Urbane Gemeinschaftsgärten und ihre Bedeutung für die Stadt Berlin:

Pyramidengarten – Multikultureller NachbarschaftsGarten Neukölln

Vortrag, Führung und Austauschgespräch

Urbane Landwirtschaft: Ob in Kreuzberg, Prenzlauer Berg, Neukölln oder Wedding: Überall entwickeln sich neue Formen urbaner Landwirtschaft - Interkulturelle Gärten, Gemeinschaftsgärten, Nachbarschaftsgärten, City Farms  oder auch Guerilla Gardening. Die Zielsetzungen und Organisationsformen dieser Projekte sind unterschiedlich, doch alle bieten innerhalb unserer auf Konsum und Wachstum fixierten Gesellschaft die Möglichkeit alternativen Formen von gesellschaftlichem und ökologischem Konsum und Wachstum zu begegnen oder auch politisch aktiv zu werden.

Die urbanen Gärten von Berlin schaffen einen Rahmen für Begegnung und Gemeinschaft, städtische Naturerfahrung, für Selbermachen und -erfahren und sie ermöglichen durch Vernetzungen weitergehendes Engagement für die Stadtteile und Kieze. Die Gemeinschaftsgärten dienen auch als praktische Lernorte für Kinder und Erwachsene, geben neue Impulse für eine Kultur der Teilhabe und bereichern das Zusammenleben in der Stadt. Wir wollen uns mit den Akteur*innen in den Gärten treffen und etwas über ihre Form von Arbeit erfahren.

Der Pyramidengarten: Multikultureller NachbarschaftsGarten Neukölln

Das Projekt: Der Pyramidengarten ist ein Lernort, indem Menschen vorurteilsfrei  und respektvoll miteinander umgehen und voneinander lernen wollen. Er ist ein Ort, an dem Wissen über die Umwelt und Natur und über die Produktion und Verarbeitung von Lebensmitteln vermittelt werden. Er ist aber auch ein Platz, der Raum für eigene Ideen schafft. Es können Sprachen vermittelt, Handwerkliches gelernt und Zwischenmenschliches erfahren werden. Im Garten soll ein sozialer und offener Umgang miteinander praktiziert werden, der zum Abbau von Konflikten und zur Integration der verschiedenen Bevölkerungs- und Interessengruppen im Stadtteil beitragen soll. Der Garten unterstützt aber auch verschiedene Projekte im Bereich Umweltschutz, Bildung und Erziehung. Neben aktiver Teilhabe werden Eigeninitiative, Eigenarbeit, soziale Fähigkeiten und der kommunikativer Austausch von Wissen untereinander und mit anderen gefördert.

Der Pyramidengarten am Columbiadamm 120 wurde 2007 von einer Gruppe gärtnerisch, sozial und politisch engagierter Menschen mit dem Ziel gegründet, eine wohnumfeld-nahe Brachfläche im Neukölln zum Leben zu erwecken und Zugang zu selbst angebautem Gemüse, Früchten, Kräutern und Blumen zu verschaffen. Dieses Ziel wurde mit vielen Menschen unterschiedlicher kultureller, nationaler und religiöser Herkunft aus dem Neuköllner Umfeld umgesetzt, gleichzeitig wurde der interkulturelle Austausch in der Nachbarschaft gefördert.

  • Sind die urbanen Gemeinschaftsgärten von Berlin nicht kommerzielle, aber aktivierende Erlebnisräume für die in Berlin lebenden Menschen aller Herkunft?
  • Geben diese Gärten den Bewohner*innen Berlins neue Impulse und politische Denkanstöße für den sozialen und ökologischen Wandel der Stadt?

Im Rahmen dieser Exkursion wollen wir diese Frage beantworten und mehr über urbane Landwirtschaft in Berlin und ihre Zielsetzung erfahren.

Programmablauf:
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde werden wir im ersten Teil der Veranstaltung einen Vortrag zu den oben genannten Fragen hören, danach werden wir gemeinsam durch den Garten gehen und die verschiedenen Funktionsorte des Gartens kennenlernen. An verschiedenen Gartenstationen wird es weitere Kurzvorträge geben. Im Anschluss an den Gartenrundgang werden wir uns mit zu einer Austauschrunde zusammensetzten, dort können weitere Fragen gestellt und beantwortet werden.

Mit:
Referent: Dr.Christian Hoffmann, Vorstand Multikultureller Nachbarschaftsgarten Neukölln e.V.
Moderation: Tanya Lazova (Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung)

Ort: Pyramidengarten, Columbiadamm 120, 10179 Berlin
Eingang durch die Mauer, siehe Schild an der Mauer
BVG-Bus der Linie 104, Haltestelle Friedhöfe Columbiadamm.

Anmeldung erbeten unter: Tanya Lazova, lazova@bildungswerk-boell.de

Falls Sie Wünsche zur barrierefreien Teilnahme haben, melden Sie sich bitte unter Tel.: 030/ 308 779 485 oder lazova@bildungswerk-boell.de

Diese Veranstaltung wird mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin finanziert.

Weitere Fragen die wir während der Exkursion stellen:
Wer sind die Akteur*innen? Wie ist der Garten entstanden? Was sind ihre Ziele? Wer nutzt den Garten? Wie organisiert und finanziert sich das Gartenprojekt? Welche Form von Mitarbeit und Arbeit bietet der Garten? Wie kamen die Gründer*innen an Land und Boden? Was und warum pflanzen sie an? Welche Funktionsräume bietet der Garten? Was ist die Vision des Gartens? Was bietet er für Berlin und seine Bewohner*innen? Welche Bedeutung und welchen Stellenwert hat dieses Projekt innerhalb und außerhalb Berlins? Wie sicher ist das Projekt, wie arbeiten öffentliche Behörden und die Politik mit dem Garten zusammen? Wie vernetzt ist der Garten mit den anderen Gartenprojekten in Berlin? Was sind die Schwerpunkte und Spezialitäten des Gartens? Sieht sich der Garten als Teil einer neuen Gemeinwohlökonomie? Welcher Beitrag leisten die Gärten für die Natur- und Umweltbildung in der Großstadt Berlin? Welche sozialen, stadtentwicklungs- und umweltpolitschen Impulse gehen vom Garten aus? Wie kann man sich im Garten engagieren? Diese und weitere Fragen wollen wir in dieser Exkursionsreihe beantworten.
 

 

Adresse
▶ Siehe Veranstaltungsbeschreibung
Veranstalter*in
Landesstiftung Berlin (Bildungswerk)
Teilnahmegebühren
Eintritt frei