Diskussionsreihe Donnerstag, 06. Februar 2020 – Donnerstag, 27. Februar 2020 /
Berlin

Feminism for Future

Lesekreis

Datum, Uhrzeit
Do., 06. Febr. 2020, 19.00 Uhr  –
Do., 27. Febr. 2020, 21.30 Uhr In meinem Kalender speichern
Adresse
➽ Siehe Veranstaltungsbeschreibung
Sprache
Deutsch
Veranstalter/in
Landesstiftung Berlin (Bildungswerk)
Rechtliches
Allgemeine Geschäftsbedingungen
In diesem Lesekreis wollen wir uns mit verschiedenen feministischen Theorien beschäftigen, die auf eine grundsätzliche Überwindung der herrschenden Geschlechterordnung zielen. Ging es der bürgerlichen Frauenbewegung um eine gerechtere Teilhabe von Frauen in der Gesellschaft, so stellen andere feministischen Theorien die bürgerliche Gesellschaft insgesamt in Frage um eine allgemeine Emanzipation zu erreichen. Im Folgenden ein kurzer Überblick zu vier unterschiedlichen Ansätzen der letztgenannten Richtung:

Queerfeministische Ansätze stellen auf der Grundlage der Dekonstruktion des Geschlechts die zwangsheterosexuelle zweigeschlechtliche Ordnung insgesamt in Frage und wollen mit der Überwindung der Kategorie des Geschlechts eine allgemeine menschliche Freiheit erreichen.

Aus der Kritik an der überwiegend weißen Frauenbewegung und der oft sexistischen black liberation Bewegung entwickelten sich die „Black Feminists“ (inzwischen erweitert zu intersektionalen feministischen Ansätzen) mit dem Ziel eines Zusammendenkens von rassistischen und sexistischen Strukturen und der Befreiung davon.

Die marxistischen feministischen Theorien bewegen sich eher im Feld Produktion/Reproduktion. Von der ungleichen Bezahlung bis zur schlecht oder gar nicht bezahlten Sorgearbeit - die zur Reproduktion der Arbeitskraft notwendig ist - bis zur Kritik an der Verschmelzung von Kapitalismus und patriarchalen Strukturen zu einem immanent unauflösbaren gesellschaftlichem Verhältnis, reichen die verschiedenen Ansätze.

Auf der Grundlage einer feministischen Kritik an der Psychoanalyse entstandene Theorien gehen zwar von einer geschlechtsspezifischen Subjektbildung aus - deren bisherige Leerstellen sie zu füllen trachten – aber sie begreifen sie als Folge der patriarchalen Familienverhältnisse und eines verinnerlichten Leistungsprinzips. Die oft damit verbundenen traumatischen Prozesse in der Ich-Entwicklung stellen sie als veränderbar in Frage. Zusammen mit den feministischen Theorien, die eine Verbindung mit der Kritischen Theorie herstellen wollen, visieren sie eine allgemeine Emanzipation an.

An dieser bei weitem nicht vollständigen Aufzählung wird schon deutlich, wie viele interessante und relevante feministische Ansätze bestehen, und unser Lesekreis kann daher nur einen groben Überblick bieten Wir werden jeweils einen Text zu den oben genannten Ansätzen zu Hause lesen und dann gemeinsam diskutieren. Da dieser Lesekreis wöchentlich stattfinden wird, werden die Texte direkt nach der Anmeldung verschickt, damit ihr genug Zeit zum Lesen habt.

Seminarleitung: Micky Haque

Die Anmeldung gilt für alle vier Sitzungen. Wir wünschen uns eine kontinuierliche Teilnahme an allen Terminen. Wegen der Teilnahmebegrenzung bitten wir nur um wirklich verbindliche Anmeldungen.

Realisiert mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.