Mittwoch, 23. Mai 2007 19.00 – 22.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Filmlabor #4: Intime Sphären

Film: Intimacy von Patrice Chéreau

Was früher Skandal war, ist heute weitgehend Mainstream: Immer offenherzigere Darstellungen körperlicher Liebe verschieben die Grenze des Erlaubten, der Raum für Tabubrüche ist aufgeweicht. Ablesbar an seiner fortwährenden Präsenz in Kunst und Medien, ist der „König Sex“ (Michel Foucault) zu einem zentralen Diskursfeld unserer visuellen Kultur geworden.

Während eine profitable Industrie die Nachfrage nach nackten Tatsachen zu befriedigen sucht, interessieren sich Gender Studies aus ganz anderen Gründen für die Darstellung von Körper und Sexualität im zeitgenössischen Film. Ein interessantes Untersuchungsobjekt aus den letzten Jahren bildet dabei `Intimacy` von Patrice Chérau.

Auch wenn die Grundkonstellationen seiner Geschichte - ein Mann und eine Frau treffen sich jeden Mittwoch in einer beinahe leeren Wohnung und schlafen dort miteinander - entfernt an Bernardo Bertoluccis umstrittenen Klassiker `Der letzte Tango in Paris` erinnert, eröffnet Chérau dem Kino mit seiner Verfilmung von zwei Kurzgeschichten des britischen Autors Hanif Kureishi einen ganz neuen Weg. Er nähert sich den Menschen und ihren Körpern mit großer Rückhaltlosigkeit, die Intensität seiner Bilder fordert einen anderen offeneren Blick.

mit:

Prof. Dr. Marie Luise Angerer,
Kunsthochschule für Medien Köln

Oskar Roehler,
Regisseur, u.a. „Elementarteilchen“
Moderation: Leonie Wild, Journalistin