Montag, 06. Mai 2019 /
Berlin

Flammende Köpfe

Lecture Performance über rechten Online-Aktivismus

Urheber/in: Birgit Hupfeld. All rights reserved.
Datum, Uhrzeit
Mo., 06. Mai 2019,
20.00 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Sprache
Deutsch
Veranstalter/in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Rechtliches
Allgemeine Geschäftsbedingungen

Arne Vogelgesangs „Flammende Köpfe“ zeichnet den Weg vom Wohnzimmer in den Internet-Aufstand nach. Mittels Vlogs, Propaganda, Musik, dokumentarischem Material und einem wachsenden Chor von Avataren erzählt die Lecture Performance die noch junge Geschichte rechter Wortergreifung im Netz.

Am 18. Februar 2016 brüllte im sächsischen Clausnitz ein „asylkritischer“ Mob einen Bus mit Geflüchteten vor einer Unterkunft nieder. Eine Woche später veröffentlichte Stern TV ein Interview mit Wolfram Fischer, der als Dolmetscher im Bus mitgefahren war. Fischer sprach darin nicht von einer Menschenmenge, die den Bus attackiert habe, sondern bezeichnete sie als eine „Menge von Köpfen“. Hassende, schreiende Köpfe.

Das sprachliche Bild passte zu einem in dieser Zeit populär gewordenen Phänomen radikaler Internetpropaganda: Videobotschaften politischer Aktivistenköpfe, z.B. auf YouTube. Deutsche Konvertiten drohten deutschen Bürgern die Enthauptung an. Deutsche Bürger träumten von der Guillotinierung der politischen Obrigkeit.
In diesen Mischformen aus Video-Blog und politischer Rede am virtuellen Stammtisch spielten Köpfe und Gesichter die entscheidende Rolle. Sie waren die Träger bürgerlicher Persönlichkeit, die ihr Spiegelbild in der Webcam agitiert. In welchem Kontext entwickelte sich diese neue Form politischer Subjektivierung? Welche Verhaltensweisen und Rollenmuster brachte sie hervor? In welches strategische Kalkül ordnete sie sich ein? Mittels Vlogs, Propaganda, Musik, dokumentarischem Material und einem wachsenden Chor von Avataren erzählt „Flammende Köpfe“ die noch junge Geschichte rechter Wortergreifung im Netz.


"Flammende Köpfe" wurde am Schauspiel Dortmund produziert, die Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt die Kurztournee u.a. nach Rostock, Chemnitz und auf die re:publica.

Von und mit: Arne Vogelgesang
Konzept, Text, Bühne und Videoart: Arne Vogelgesang
Co-Regie: Wiebke Rüter

Ort: re:publica 19 / Station Berlin / Luckenwalder Str. 4–6, 10963 Berlin
Tickets: 19.re-publica.com/de


Eine Kooperation von Heinrich-Böll-Stiftung und Schauspiel Dortmund in Zusammenarbeit mit der re:publica2019.