- Mittwoch, 30. Juni 2004 19.00 – 22.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Frankfurt/M: Emissionshandel auf dem Prüfstand
Handel mit heißer Luft oder effizienter Klimaschutz?
Im Rahmen des Kyoto-Protokolls hat sich
die Europäische Union verpflichtet, ihren
Ausstoß an Treibhausgasen bis 2012
gegenüber 1990 um 8 % zu verringern.
Um die Anreize zur Reduktion von
Schadstoffen zu erhöhen, soll ab 2005 ein
Handel mit Emissionsrechten aufgebaut
werden. Die Reduktion von Emissionen
wird damit über den Preis gesteuert und
nicht mehr über Qualitätsstandards und
Grenzwerte wie in anderen Bereichen der
Luftverschmutzung. Dieses Handelssystem
soll künftig zwar alle Treibhausgase
berücksichtigen, zunächst wird jedoch nur
Kohlendioxid (CO²) erfasst. Am
Emissionshandel teilnehmen werden
vorerst nur die Mehrheit der Industrie- und
Energieerzeugungsanlagen, nicht alle
Sektoren der Volkswirtschaft.
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Gemäß der so genannten nationalen
Allokationspläne werden den Unternehmen
künftig Emissionsrechte zugeteilt, d.h.
festgelegt, welcher Betrieb künftig wie viel
Tonnen Kohlendioxid ausstoßen darf. Jedes
Land darf nur eine bestimmte Menge
Verschmutzungslizenzen vergeben. In
Deutschland muss diese Menge auf ca 2
600 Anlagen verteilt werden. Jedes
einzelne Unternehmen kann nun
entscheiden, ob es den CO²Ausstoß seiner
eigenen Anlagen verringert oder, falls sich
dies als günstiger erweisen sollte,
Emissionsrechte dazukauft.
Ziel dabei ist, den Kohlendioxidausstoß
dort zu verringern, wo dies relativ
kostengünstig zu schaffen ist.
<br><br>
Zum 31. März 2004 hat sich die
Bundesregierung auf einen Kompromiss
bezüglich des nationalen Allokationsplans
geeinigt, der sehr kontrovers bewertet
wird:
<br>
Das Rheinisch-Westfälische Institut für
Wirtschaftsforschung (RWI) ist der
Meinung, diese Kompromiss gehe in die
Richtung, die man als erforderlich halte,
um der Wirtschaft die nötige Flexibilität zu
geben.
<br>
„Das ist ein Sieg des Lobbyismus gegen
das Gemeinwohl, ein Sieg der
Vergangenheit gegen die Zukunft. Die
Industrie wird vom Großteil ihrer vor drei
Jahren gegebenen Klimaschutzzusagen
befreit … Deutschland kann sein Kyoto-Ziel
damit nur noch erreichen, wenn die
Regierung nun massive Maßnahmen in den
Bereichen Verkehr und Haushalt ergreift“,
kommentiert hingegen der
Klimaschutzexperte von Germanwatch
Christoph Bals.
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Die Veranstaltung soll den aktuellen
Sachstand erläutern und einige der
zentralen Ausgestaltungsfragen sowie
mögliche intendierte Wirkungen oder auch
nicht-intendierte Folgen aus ökologischer,
ökonomischer und politischer Perspektive
beleuchten.
<br><br>Mit: <b>Christoph Bals</b>,
Germanwatch, Büro Bonn; Germanwatch
ist Mitglied der Arbeitsgruppe
Emissionshandel (AGE) beim
Bundesumweltministerium
<br>
<b>Bernhard Hillebrand</b>,
Leiter der Forschungsgruppe
Energiewirtschaft des Rheinisch-
Westfälischen Instituts für
Wirtschaftsforschung RWI, Essen
<br><br><b>
Ursula Hammann</b>
MdL und umweltpolitische Sprecherin von
Bündnis 90/ Die Grünen im hessischen
Landtag, Wiesbaden<br><br>
Moderation:
<b>Oliver Franz</b>, Energieexperte der
ING BHF-Bank Frankfurt am Main
Homepage
- Veranstalter*in
- Landesstiftung Hessen