Montag, 05. Juli 2010 15.00 – 17.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Frauenquote in Aufsichtsräten

veranstaltet von `Friedrich Ebert Stiftung`

Seitdem die Telekom als erstes Dax-Unternehmen eine Frauenquote für Spitzenpositionen eingeführt hat, ist ein Thema wieder auf der Tagesordnung: die langjährige Forderung nach einer 40-Prozent-Frauenquote in Aufsichtsräten und Konzernvorständen. Für die Soziale Demokratie ist die gesetzliche Quote nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit; die Befürworter/innen erhoffen sich von mehr Frauen in Kontroll- und Führungspositionen auch das Ende der ungleichen Bezahlung, eine bessere Karriereförderung für Frauen, eine andere Unternehmenskultur und möglicherweise auch ein besseres Wirtschaften. Den Gegner/innen hingegen erscheint die uote als unzulässiger Eingriff in die unternehmerische Freiheit, manche kritisieren sie als unerfüllbar.

Die Bundesregierung setzt in der Frage der Zusammensetzung von Aufsichtsräten auf die Freiwilligkeit der Wirtschaft – eine gesetzlich vorgeschriebene Frauenquote lehnt sie zurzeit ab. Die Regierungskommission für gute Unternehmensführung empfiehlt eine Selbstverpflichtung der Unternehmen. Doch ein Blick auf die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, dass sich ohne eine verpflichtende Regelung in den Aufsichtsräten und Vorständen wenig ändert. Eine aktuelle Studie des DIW verweist auf eine gleichbleibend erdrückende männliche Dominanz in
den Vorständen und Aufsichtsräten in Deutschland. Im internationalen Vergleich gehört Deutschland mit nur 10 Prozent Frauen in den Aufsichtsräten der 200 größten Unternehmen zu den Nachzüglern, die gläserne Decke erscheint hier besonders undurchlässig.

Norwegen hat als erstes Land der Welt eine gesetzliche 40-Prozent- „Genderquote“ für Aufsichtsräte eingeführt. Deshalb hat die Friedrich-Ebert-Stiftung eine Studie in Auftrag gegeben, die sich mit diesem Pionierakt beschäftigt: Wie wurde die Quote in Norwegen diskutiert, wer war dafür, wer dagegen – und was waren die jeweiligen Argumente? Wie ist die Quote gesetzlich verankert, und welche Sanktionen sind bei Nichterfüllung vorgesehen? Wie verlief der Prozess der Einführung und welche Auswirkungen hat die Quote bisher gehabt? Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie ist das norwegische Experiment ausgegangen – und was können wir in Deutschland daraus lernen?

Wir werden die Studie am 5. Juli 2010 vorstellen und laden Sie herzlich dazu ein!
Friedrich Ebert Stiftung