Mittwoch, 02. November 2011 19.00 – 21.30 Uhr In meinem Kalender speichern

Frauenquoten in der Wirtschaft:

Ein „alter Hut“ oder gesellschaftliches Innovationsmodell?

Seit Jahrzehnten wird über eine Frauenquote in der Wirtschaft diskutiert, durchgesetzt wurde sie bisher von Politik und Wirtschaft jedoch nicht. Alle sind sich einig, dass es zu wenige Frauen in führenden Positionen gibt. Die Geister scheiden sich an der Frage, ob eine Frauenquote dieses Problem wirklich löst. Die einen halten sie für eine unzulässige staatliche Intervention in die Privatwirtschaft, die zudem das Leistungsprinzip unterläuft. Die anderen setzen dagegen, dass nur durch die Quote die männerdominierte Struktur aufgebrochen werden kann.
Laut FidAR (Frauen in die Aufsichtsräte) beläuft sich der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der größten deutschen Firmen aktuell auf ca. 12 %. Gefordert werden 25%, was noch deutlich unter der in Norwegen umgesetzten Marke von 40% liegt. Doch reicht es, nur auf die Zahlen zu schauen? Müssen nicht auch die Strukturen der Arbeitswelt grundsätzlich in Frage gestellt werden? Können andere Arbeitszeitmodelle, Leistungsdefinitionen, Leitungsstile und Unternehmenskulturen sowie eine größere Vielfalt mit einer Quote erreicht werden? Oder zusammengefasst: Ist die Quote Teil einer längst überfälligen Erneuerung?

Mit:
Krista Sager, Sprecherin für Wissenschafts- und Forschungspolitik der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 
Prof. Dr. Sonja Bischoff, Wirtschaftswissenschaftlerin, ehemals Uni Hamburg
Dr. Kirsten Soyke, Vorstand FidAR (Frauen in die Aufsichtsräte)

Moderation: Dr. Alexandra Lübcke, Kulturwissenschaftlerin, Hamburg