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Podiumsdiskussion

Dienstag, 25. Juni 2024 18.00 – 20.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Podiumsdiskussion

Frauenrechte in Palästina

 

Frauen und Mädchen leiden besonders unter dem aktuellen Krieg und der katastrophalen Versorgungslage im Gazastreifen. Tausende Frauen wurden seit dem 7. Oktober 2023 im Gazastreifen durch israelische Militärschläge getötet – darunter viele Mütter. Sie hinterlassen mehrere Tausend Kinder. Mehr als eine Million palästinensischer Frauen und Mädchen im Gazastreifen sind traumatisiert, leiden Hunger und haben kaum Zugang zu Nahrungsmitteln, sauberem Trinkwasser und funktionierenden Toiletten. Auch im Alltag werden palästinensische Frauen und Mädchen in Ostjerusalem, dem Westjordanland und dem Gazastreifen diskriminiert und benachteiligt.

Unter der seit 1967 bestehenden völkerrechtswidrigen Besatzung leiden Frauen besonders. Sie genießen in der palästinensischen Politik und dem Justizsystem nicht dieselben Rechte wie Männer und sind in Palästina nur unzureichend gegen geschlechterspezifische Gewalt und Femizide, sogenannte „Ehrenmorde“, geschützt. Mit dem aktuellen Gazakrieg hat sich die Situation für Frauen deutlich verschlechtert, nicht nur im Gazastreifen, sondern auch im Westjordanland und in Ostjerusalem.

Palästinensische Frauen sind aber nicht nur Opfer von Krieg, Besatzung und patriarchalen Strukturen. Sie sind auch aktive Gestalterinnen der palästinensischen Gesellschaft. Als Aktivistinnen, Journalistinnen, Wissenschaftlerinnen und Politikerinnen setzen sie sich entschlossen für eine Verbesserung der Situation ein. Trotz mangelnder Rechtssicherheit in Palästina und der nunmehr seit über 50 Jahren andauernden israelischen Besatzung gibt es eine lebendige und mutige palästinensische Frauenbewegung, die für ihre Rechte eintritt. Ihre Kämpfe und ihr Einsatz reichen bis in die Kolonialzeit zurück. Sie setzen sich für die Überwindung patriarchaler Strukturen und wirtschaftlicher Ausbeutung ein. Sie kämpfen gegen die Ausgrenzung von Frauen auf politischer Ebene und gegen diskriminierende Gesetzgebungen. Sie erheben ihre Stimme für die Beendigung der israelischen Besatzungspolitik und engagieren sich für ein freies, demokratisches und selbstbestimmtes Palästina.

Viel zu selten finden in Deutschland und Europa diese weiblichen Stimmen Gehör, die sich gegen Menschenrechts- und Völkerrechtsverletzungen stemmen und gleichzeitig unter dem enormen Druck autoritärer Strukturen stehen. Seit dem 7. Oktober 2023 hat diese Marginalisierung weiter zugenommen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Eskalation in Nahost wollen wir deshalb mit unseren Gästen über die Herausforderungen und Chancen zivilgesellschaftlichen Engagements und einer konsequent menschen- und frauenrechtsorientierten Politik sprechen und fragen:

Wie geht es Frauen und Mädchen derzeit im Gazastreifen und im Westjordanland? Was brauchen sie am nötigsten? Was sind die strukturellen Hindernisse für eine gleichberechtigte politische und gesellschaftliche Teilhabe von Frauen in Palästina? Welche zivilgesellschaftlichen Initiativen und Organisationen gibt es, die im Gazastreifen und im Westjordanland Frauenrechtsarbeit machen (können)? Wie können Frauenrechte und Aktivist*innen in Palästina gestärkt werden? Welchen Beitrag kann und sollte Deutschland vor dem Hintergrund einer wertegeleiteten feministischen Außen- und Entwicklungspolitik hierzu leisten?

Mit:

  • Andaleeb Shehada, Leiterin des Community Development and Media Center (CDMC) in Gaza
  • Dr. Dorthe Siegmund, Büroleitung Ramallah, Heinrich-Böll-Stiftung
  • Xenia Kellner, Mitbegründerin von Young Feminist Europe


Sprache: Englisch/Deutsch mit Simultanübersetzung

» Anmeldung

Informationen:    
Bauke Baumann, Referent Israel, Palästina, Jordanien, Iran, Heinrich-Böll-Stiftung,
M baumann@boell.de
T +49(0)285 34 -321


» Teilnahme vor Ort
im Konferenzzentrum der Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin

Bitte melden Sie sich an. Die Anzahl der Plätze ist leider begrenzt. Sollte die Raumkapazität erschöpft sein, übertragen wir die Konferenz per Video in andere Räume. Wir weisen darauf hin, dass kein Anspruch auf einen Platz im Saal besteht.

Adresse
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Schumannstr. 8
10117 Berlin
Veranstalter/in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Sprache
Deutsch
Englisch
Simultanübersetzung