Dienstag, 23. April 2013 19.00 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Frausein in Indien: Ist das Land bereit für einen Wandel?

After-Work-Gespräch mit Axel Harneit-Sievers, Leiter des Landesbüros Indien der Heinrich-Böll-Stiftung

Eine Veranstaltung der Freundinnen und Freunde der Heinrich-Böll-Stiftung

Seit Mitte Dezember ist Indien weltweit in den Medien. Die brutale Vergewaltigung und Folterung einer Studentin durch eine Gruppe von Männern in einem Bus und ihr Tod hat die Missachtung von Frauen in der indischen Gesellschaft und Politik in den Fokus gerückt.

Gewalt gegen Frauen ist in Indien ein endemisches Problem. In der Vergangenheit wurde sie dort durchaus zum Thema öffentlicher Debatten und auch politischer Initiativen, insgesamt allerdings durch die Politik und eine von patriarchalischen Werten dominierte Öffentlichkeit viel zu wenig beachtet. Vor allem mangelt es oft an der Bereitschaft von Institutionen, das Problem ernst zu nehmen. Das Novum an dem Fall vom 16. Dezember ist die große Aufmerksamkeit, die dieser erhielt und das Ausmaß der Proteste, die darauf folgten.

Jetzt wird über alle Aspekte der alltäglichen Gewalt gegen Frauen und über die Missachtung von Frauen diskutiert: „Mitgiftmorde“, entstellende Säureanschläge und häusliche Gewalt;  die Fortdauer patriarchalischer Wertvorstellungen und die häufige gezielte Abtreibung weiblicher Föten. Die Wut hat nicht nur die junge, urbanisierte Generation auf die Straße getrieben, sondern Menschen unterschiedlichster Kasten und Klassen. Das lässt hoffen, dass die indische Gesellschaft entschiedenere politische und institutionelle Schritte unternehmen wird, um nicht nur die Sicherheit von Frauen im öffentlichen Raum zu gewährleisten, sondern auch die Stellung der Frauen in Familie und Öffentlichkeit insgesamt zu verbessern. Die gegenwärtigen Proteste sind nicht aus dem Nichts entstanden, sondern sie gründen auf jahrzehntelanger, mühsamer Vorarbeit von Frauenorganisationen, NGOs und liberalen Stimmen in den urbanen Zentren Indiens.

Der Leiter des Büros Indien mit Sitz in Neu Delhi, Axel Harneit-Sievers, wird Antworten auf die Frage geben, ob Indien bereit für einen Wandel ist. Er stellt die Arbeit der Heinrich-Böll-Stiftung vor, die schon lange vertrauensvoll mit Partnerinnen und Partnern zusammen arbeitet, die sich für politische Partizipation von Frauen und Geschlechtergerechtigkeit stark machen.