- Sonntag, 20. Januar 2008 10.00 – 17.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Für eine Welt des Friedens und der Freiheit
Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung
Am 16./17. Januar 1948 gründete sich der Berliner Verband als letzter Landesverband der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN). Heute – nach nunmehr 60 Jahren antifaschistischen Engagements – gehört die VVN zum festen Bestandteil demokratischer zivilgesellschaftlicher Strukturen und antifaschistischer Bündnisse. In ihr sind weit mehr als 60 Jahre Erfahrungen antifaschistischen Kampfes unter Bedingungen aufgehoben, die unterschiedlicher kaum sein können: Verfolgung und Widerstand unter den extremen Bedingungen des Nazi-Regimes, demokratischer Neubeginn im Kalten Krieg, zivilgesellschaftlicher Protest in der Bundesrepublik, Gestaltung eines neuen Deutschland im Osten samt Fehlern und Versäumnissen und dessen Niedergang – und dann ein erneuter Neubeginn im vereinten Deutschland.
Wir nehmen den 60. Geburtstag der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes zum Anlass, genau diese vielfältigen Erfahrungen – Erfolge, Rückschläge, daraus folgende Lernprozesse und Fortentwicklung eigener Positionen – zu reflektieren und für die Herausforderungen künftigen antifaschistischen Engagements fruchtbar zu machen.
Denn noch immer liegen viele Aufgaben und Träume unerfüllt vor uns.
Auf dieser Konferenz werden wir diese Fragen aufwerfen. Am Vormittag steht in Podiums-Gesprächen die Geschichte der VVN im Mittelpunkt:
Für ein Gespräch über die VVN im sich teilenden Berlin steht Dr. Elke Reuter zur Verfügung. Über das Verhältnis der VVN zur Jüdischen Gemeinde gibt Dr. Peter Kirchner, der langjährige Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Ostberlin, Auskunft. Daran anschließend wird Prof. Dr. Hans Lauter als Zeitzeugen über die (Hinter-)Gründe der Auflösung der VVN in der DDR berichten. Last but not least wird Ulrich Schneider zum großen Teil aus eigenem Erleben die lange Geschichte der VVN in der Bundesrepublik zwischen Repression, Selbstbehauptung und Öffnung veranschaulichen.
Der Nachmittag steht ganz im Zeichen künftiger „Antifaschistischer Perspektiven in Europa“. In zwei Podiumsdiskussionen werden wir diesen nachgehen.
Zunächst diskutieren der Politikwissenschaftler und Zeithistoriker Dr. Harald Schmid von der Universität Kiel, der Generalsekretär der F.I.R. (Fédération Internationale des Résistants), Dr. Ulrich Schneider und der Europaabgeordneten der Linken, Tobias Pflüger, moderiert von Michael Klundt, über die Frage: „Im Zeichen der Totalitarismustheorie? Erinnern und Gedenken an die Opfer des Naziregimes im vereinten Europa“.
Im Anschluss daran werden sich die Europaabgeordnete der Grünen, Elisabeth Schroedter, die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Gudrun Hentges von der Hochschule Fulda und der Publizist Carsten Hübnert, moderiert von Dr. Gideon Botsch, mit „Nazismus und Rassismus im Zeichen der Globalisierung“ auseinandersetzen.