Samstag, 06. Oktober 2007 – Sonntag, 14. Oktober 2007 In meinem Kalender speichern

Georgien und Aserbaidschan. Eine Begegnungsreise

Reise für FörderInnen und Ehrenamtliche der Heinrich-Böll-Stiftung

Der südliche Kaukasus hat in den letzten Jahren im weltweiten geopolitischen Wettstreit um Energieressourcen und -transportwege einen hohen politischen Bedeutungszuwachs erfahren.
Gleichzeitig schwelen in der Region drei ungelöste ethnopolitische Konflikte: die Sezessionskonflikte mit Georgien um Abchasien und um Südossetien und als dritter Konflikt der zwischen Aserbaidschan und Armenien um die Region Berg-Karabach. Eine Lösung scheint nicht in Sicht, zum einen weil sich – trotz internationaler Vermittlung – die Positionen der Konfliktparteien nach wie vor konträr gegenüberstehen, zum anderen weil sich die verantwortlichen Regierungen v. a. aus innenpolitischen Gründen weigern, ihre Bevölkerungen auf einen Kompromissfrieden vorzubereiten.

Mit der Aufnahme in die „Europäische Nachbarschaftspolitik“(ENP) 2004 gehören die drei Südkaukasusstaaten – neben Georgien und Aserbaidschan auch Armenien – zu den Ländern, die von der EU über Vergünstigungen und finanzielle Hilfe zu politischen und wirtschaftlichen Reformen motiviert werden sollen. Wie konsequent das europäische Engagement ausfällt und wie die einzelnen ENP-Aktionspläne von den Regierungen umgesetzt werden, wird sich in den nächsten Jahren zeigen.

2003 hat die Heinrich-Böll-Stiftung mit der Eröffnung eines Büros in Tbilisi ihre seit 1995 bestehende Arbeit im Südkaukasus stark ausgeweitet, um dort Initiativen zur Demokratisierung der Gesellschaften zu unterstützen. Die Schwerpunkte ihrer Arbeit liegen in den Bereichen Konflikttransformation, sozialwissenschaftliche Nachwuchsförderung, Stärkung des politischen Engagements von Frauen und Ausgestaltung der Europäischen Nachbarschaftspolitik.

Reiseprogramm:
Unser Reiseziel ist zunächst Tbilisi, die georgische Hauptstadt. Wir besuchen das dortige Stiftungsbüro: auf dem Programm stehen Begegnungen mit ProjektpartnerInnen und Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern von Nichtregierungsorganisationen, mit Wissenschaftlern und Politikern.

Anschließend fahren wir mit dem Bus nach Baku, der Hauptstadt von Aserbaidschan. Während der zweitägigen Busfahrt durchqueren wir die georgische Weinregion Kachetien und machen auf aserbaidschanischer Seite Halt in Balakan. Hier treffen wir eine Fraueninitiative und besichtigen die alte Karawanserei Scheki.

Die Themen, auf die wir uns in Georgien konzentrieren werden, sind der Verlauf des Demokratisierungsprozesses und der Abchasien-Konflikt; in Aserbaidschan sind es die Rolle des Öls, die Lage der Menschenrechte und der Karabach-Konflikt. Ein Gesprächsthema wird außerdem die Europäische Nachbarschaftspolitik sein.

Stadtführungen in Tbilisi, Sheki und Baku informieren über Geschichte und der Kultur.

Unsere Begegnungsreise bietet die Möglichkeit, sich über die aktuelle Lage in der Region und über die Arbeit der Heinrich-Böll-Stiftung zu informieren, aber auch die reiche Kultur, Geschichte und Natur Georgiens und Aserbaidschans kennen zu lernen.
Sie sind herzlich zur Teilnahme an der Reise eingeladen!

Reiseleitung:
Regine Walch, Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
Walter Kaufmann, Leiter des Büros der Heinrich-Böll-Stiftung in Tbilisi
Programm (PDF)