Dienstag, 02. März 2010 18.00 – 20.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Geschlechterpolitik macht einen Unterschied – Erfahrungen der Heinrich-Böll-Stiftung in vieler Herren Länder

After-Work-Treffen der Freundinnen und Freunde

Häusliche Gewalt, patriarchale Machtstrukturen oder Übergriffe gegen Homosexuelle: Frauenrechte und sexuelle Selbstbestimmung sind menschenrechtliche Standards, die in weiten Teilen der Welt nicht erfüllt sind. In vielen Ländern besteht massiver Widerstand, sie als Freiheitsrechte anzuerkennen und in Politik und Rechtssprechung zu verankern. Politische Willenserklärungen und rechtliche Rahmenabkommen sind entscheidende Faktoren für Gleichstellung und Teilhabe und stellen Bezugspunkte für Menschenrechtsaktivist_innen dar. Aber die gesellschaftliche Praxis sieht oft anders aus. Gerade Sexualitäts- und Geschlechtsnormen bilden die Grundlage für Diskriminierung und Gewalt und entscheiden über Exklusion und Inklusion.

Das Eintreten für die eigenen Rechte erfordert vielfach großen Mut und persönliche Risikobereitschaft. Die Heinrich-Böll-Stiftung steht Menschenrechtsaktivist_innen in vielen Ländern zur Seite. Oft ist sie die einzige ausländische Organisation, die Kampagnen und Netzwerke unterstützt, die sich gegen die Diskriminierung und Verfolgung von Lesben, Schwulen und Transidenten (LGBT) wenden.

Wie setzt sich die Heinrich-Böll-Stiftung zusammen mit ihren Partner_innen weltweit für Geschlechtergerechtigkeit und sexuelle Selbstbestimmung ein? Welche Rolle spielen die LGBT-Rechte im Menschenrechtsdiskurs? Diesen Fragen gehen Claudia Lohrenscheit und Barbara Unmüßig nach. Layla Al-Zubaidi stellt Eckpunkte der Geschlechterpolitik im Mittleren Osten vor und zeigt unter anderem, wie das Regionalbüro in Beirut irakischen Familienrichtern Gleichheitsvorstellungen nahebringt und im Libanon das Bewusstsein für die Rechte von Lesben und Schwulen fördert.
 
Mit:
Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung
Claudia Lohrenscheit, Deutsches Institut für Menschenrechte
Layla Al-Zubaidi, Leiterin des Regionalbüros Mittlerer Osten

Moderation:  
Arn Thorben Sauer, Humboldt-Universität zu Berlin