Dienstag, 09. Juni 2009 09.30 Uhr – Donnerstag, 09. April 2009, 12.30 Uhr In meinem Kalender speichern

Geschlechterpolitischer Ratschlag

Wie kommt „Gender“ in den „Green New Deal“? Geschlechterpolitische Dimensionen der Finanz-, Wirtschafts- und Versorgungskrise

Überall ist die Finanz- und Wirtschaftskrise Thema Nr. 1., so auch beim diesjährigen Geschlechterpolitischen Ratschlag. Dazu lädt der Vorstand – wie jedes Jahr - alle MitarbeiterInnen und FreundInnen herzlich ein. 

Die gegenwärtigen Debatten und Analysen über Hintergründe und Wirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise sowie mögliche Veränderungsoptionen und Szenarien zur Lösung der Krise kommen einerseits weitgehend ohne geschlechterpolitische Dimensionen aus. Sie blenden geschlechterpolitische Ansätze eines anderen Wirtschaftens weitgehend aus. Andererseits hat diese Krise in seinen verschiedenen Erscheinungsformen ein eindeutig männliches Gesicht: vorwiegend Männer scheinen Akteure in diesem Bereich zu sein, als Verursacher und Hochstapler, als Bankrotteure, Leidtragende, Krisenmanager und „Retter“ drohender Pleiten und Zusammenbrüche von Firmen und Märkten bzw. des bestehenden maroden Finanz- und Wirtschaftssystem, in das nun Milliarden gepumpt werden.
 
Parallel, scheinbar unverbunden und unabhängig finden Debatten statt über die Krise der (schlecht) bezahlten und unbezahlten Arbeit im Dienstleistungsbereich, v.a. im Care-Bereich, oder der Unterversorgung und des drohenden Zusammenbruchs bestehender Versorgungssysteme in diesem vorwiegend von Frauen besetzten Tätigkeitsfeld. Die grundlegende Problematik der Spaltung zwischen profit- und wachstumsorientierter Ökonomie und vorwiegend von Frauen geleisteter Sorge- und Reproduktionsarbeit mit dem sich abzeichnenden weiteren Sozialabbau und einer weiteren Prekarisierung insbesondere von Frauen bleibt unthematisiert und unproblematisiert.
Auf dem Geschlechterpolitischen Ratschlag sollen die Zusammenhänge zwischen den Krisenerscheinungen auch in ihren geschlechterpolitischen Dimensionen und Implikationen vor- und zur Diskussion gestellt, und geschlechterpolitische Perspektiven von Lösungsstrategien in den Blick genommen werden. Der „Green New Deal“ versteht sich als ökologische Innovation, er gilt als grüner Aufbruch und als Überwindung der aktuellen Krisen. Inwiefern kann er auch soziale Teilhabe neu organisieren? (Wie) muss/kann der „Green New Deal“ gegendert werden? Ist letztendlich ein „Gender-Deal“ der Ausweg? U.a. werden dazu eingeladen Martina Metzger, Christa Wichterich und Gerhard Schick.