- Donnerstag, 14. Mai 2009 18.30 – 22.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Green New Deal - Lösung der ökologischen Krise oder nur ein grüner Kapitalismus?
veranstaltet von `Rosa Luxemburg Stiftung`
Die allgemeine Umorientierung von Investitionen in Richtung Energieeffizienz und Reduzierung von CO2-Emissionen wäre die notwendige technologische und Akkumulationsbasis zur Schaffung von Millionen von Arbeitsplätzen und für einen neuen gesellschaftlichen Konsens.
Ein bereits lautstark geforderter »grüner New Deal« dient als Antwort auf Finanz- und Wirtschaftskrise, Reproduktions-, Job- und ökologische Krise – und zur Relegitimierung der Marktwirtschaft. Ein grüner New Deal erschließt neue Akkumulationsfelder für das nach Investitionsmöglichkeiten suchende Kapital durch das weitere Zur-Ware-Machen von natürlichen Ressourcen im Bereich von Biodiversität oder Gentechnologie. Er sucht nach Technologien zur ökologischen Effizienzsteigerung in Produktion und Energieversorgung, neue Investitions- und Absatzmärkte im Zertifikats- bzw. Emmissionshandel und im ökologischen Konsum (Bio-Lebensmittel, ökologischer Hausbau, umweltfreundlichere Autos usw.). Der Markt für Investitionen in emissionsarme Energien und grüne Technologien verspricht auf etliche Billionen Dollar anzuwachsen.
Doch wenn Natur und Umweltschutz zur Ware werden, werden dann auch die Möglichkeiten zur Lösung der ökologischen Krise beschränkt? Eine Umwälzung der gesamten Produktionsstruktur, der Praxis und Kultur des Konsumismus, der Ökonomie der Autogesellschaft, der Struktur unserer Städte, unseres gesellschaftlichen Verhältnises zur Natur ohne die kapitalistische Produktionsweise als solche anzutasten – reproduziert dies nicht nur deren Widersprüche?
Die zu bewältigenden Aufgaben sind groß:
- Schnelle Überwindung einer Weltwirtschaftskrise
- Senkung der Treibhausgasemission um 80 Prozent bis 2050 für die Industriestaaten (wobei der Erhalt der Biodiversität im allgemeinen nicht einmal als gleichzeitige Herausforderung genannt wird)
- Erschließung neuer »klimaneutraler« Akkumulationsfelder
Die gesamte Wirtschaft soll binnen drei Jahrzehnten vom über 150 Jahre alten fossilistischen Zeitalter in eine solare Zukunft katapultiert werden. Wird dies ohne Brüche und Krisen möglich sein?
mit: Ralf Fücks, Heinrich Böll Stiftung, Die Grünen und Elmar Altvater, Rat für radikale Realpolitik der RLS, DIE LINKE