- Mittwoch, 18. Januar 2006 19.00 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Grenzgänge: Das erschöpfte Selbst
Spätmodernes Leben zwischen Autonomie und Depression
Nach Angaben der WHO ist die
<b>Depression</b>,
weltweit gesehen, die "Volkskrankheit Nr.
1". Allein in Deutschland leiden etwa vier
Millionen Menschen an depressiven
Störungen. <br>
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Nach Auffassung neuester
sozialpsychologischer Untersuchungen
tragen die modernen Lebensverhältnisse
zur Ausbreitung der Krankheit bei.
Demnach hat der viel beschworene
moderne Individualisierungsprozess das
depressive Leiden als neuartiges
Massenleiden hervorgebracht. Das aus
schützenden Sozialzusammenhängen
herausgerissene Subjekt sieht sich
permanent der frustrierenden Sorge
ausgesetzt, ein <b>"autonomes"
Selbst</b> sein
zu müssen und es dennoch nicht zu
können. Der vermeintliche Zuwachs an
Lebensperspektiven artet zunehmend in
Individualisierungsdruck und
Überforderung aus.<br>
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Hauptvortrag:<br>
<b>Alain Ehrenberg</b> (CESAMES, Paris)
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Kommentare:<br>
<b>Isabella Heuser</b> (Charité Berlin)
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<b>Arnd Pollmann</b><br>
(MenschenRechtsZentrum der Universität
Potsdam)<br>
- Veranstalter*in
- Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin