Mittwoch, 16. Mai 2007 19.00 – 21.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Grenzgänge#8: Second Life – Selbstverdoppelung im Internet

Schöner? Interessanter? Ungebundener? - Das virtuelle Spiel Second Life scheint möglich zu machen, was uns im realen Leben versagt bleibt: Wir bauen unser Traumhaus, tragen Designerklamotten, überschreiten physikalische Grenzen, wechseln unsere Identität, finden Freunde, machen Geschäfte und verwirklichen den uralten Traum vom Fliegen. Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist, dass wir in einer Zeit leben, in der die virtuelle mit der realen Welt immer stärker verbunden ist. So wird inzwischen mit der Lust an der virtuellen Selbstverdopplung echtes Geld umgesetzt und verdient. Potente Wirtschaftsakteure wie IBM, dell, adidas und Amazon tummeln sich unter den mittlerweile 2,3 Mio. „Siedlern“; Reuters und CNet betreiben Büros, BILD führt eine eigene Zeitung, die Schwedische Botschaft hat ihre Dependance errichtet.

Wie greift diese online-Zukunft in unsere Wirklichkeit ein, wie verändert sie unser Bewusstsein? Was ist zu halten von der Diagnose einer bereits zur Realität gewordenen „Realitätsflucht“? Wie ändert sich unser soziales Zusammenleben, unsere Gesellschaftlichkeit, die politische Kommunikation durch die Neuerfindung unserer sozial-kommunikativen Existenz in der virtuellen Ebene? Was also sind die Chancen und Risiken?

Mit:
Rudolf Maresch, Medientheoretiker, Autor von „Cyberhype“ u.a.
Prof. Simone Dietz, Philosophin, Grüne Akademie
Natalie Balkow, Zentrale Intelligenzagentur (zugeschaltet aus dem Second Life)